Ist es Zeit zum Kofferpacken?

Wenn Ihnen folgende Verhaltensweisen bei Ihrem Vorgesetzten auffallen, sollten Sie hellhörig werden. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, ernste Fragen zu stellen und ggf. beherzte Entscheidungen zu treffen.

Sie werden ignoriert

Das fängt harmlos an. Mails werden nicht beantwortet.  Sie warten, wenn sie denn überhaupt erfolgen, ungewöhnlich lange auf telefonische Rückmeldungen, obwohl es eigentlich dafür keinen Grund geben dürfte. Irgendwann werden bei Meetings Ihre Einlassungen nicht zur Kenntnis genommen. Sie haben den Eindruck, dass es keine Rolle spielt, ob Sie da sind oder nicht, sich beteiligen oder einfach nur schweigen.

Man lässt Sie im Dunkeln

Der Informationsfluss stockt. Für Sie wichtige Details erreichen Sie nicht rechtzeitig oder sind unvollständig. Bekanntlich ist Wissen Macht. Ihnen wird wortlos vorgeführt, wie machtlos Sie sind.

Permanente Nadelstiche

Sehr beliebt ist die Taktik der vielen Nadelstiche. Vieldeutige Halbsätze werden gezielt angebracht. Obwohl bekannt ist, dass Sie einen wichtigen Privattermin haben, hält man Sie in der Firma fest, weil unbedingt dieses oder jenes erledigt werden muss. Man entlässt Sie mit Kommentaren und Bemerkungen ins Wochenende, die Sie die nächsten Tage umtreiben.

Projekte ohne erkennbaren Mehrwert

Ihnen werden Tätigkeiten oder Projekte zugewiesen, die keinen für das Unternehmen erkennbaren Mehrwert bringen. Sie fühlen sich wie ein LKW Fahrer, der in einer Sackgasse wenden muss: Sie sind ohne Ende mit voller Aufmerksamkeit beschäftigt, ohne wirklich weiterzukommen.

In unangemessener Weise öffentlich kritisiert

Sie werden in unangemessener Weise öffentlich kritisiert und können sich nicht dagegen wehren. Dabei kann es Ihnen passieren, dass über die Bande gespielt wird. Das kann dann beispielsweise so aussehen: Ihnen wird (gezielt) eine Indiskretion zugespielt, dass man an maßgeblicher Stelle unzufrieden mit Ihren Leistungen ist. Da die Information vertraulicher Natur war, können Sie die Kritiker nicht konfrontieren.

Auf dem Abstellgleis gelandet

Am Ende einer Reorganisation stellen Sie fest, dass Ihr neuer Aufgabenbereich Sie auf ein Abstellgleis geführt hat.

Bevor Sie allerdings erwägen, das Handtuch zu werfen, sollten Sie sich ausreichend Zeit fürs Nachdenken gönnen. Gut, wenn Sie einen kritischen Freund zu Rate ziehen können, jemand, der Ihnen nicht nach dem Mund redet. Sich im  geschützten Rahmen von einem Vertrauten hinterfragen zu lassen, kann Ihnen helfen, eine folgenschwere Fehlentscheidung zu vermeiden.

Bringen Sie zu Papier, was Ihnen Not macht. Versuchen Sie, wertschätzend zu formulieren. Dieser Prozess mag anstrengend sein, hilft aber, Klarheit über sich selbst und die Situation zu gewinnen. Außerdem ermöglicht diese Übung Ihnen, im Vorfeld einer Begegnung die richtigen Worte zu finden. Dabei empfiehlt es sich, in einem freundlichen und verbindlichen Ton zu schreiben. Formulieren Sie möglichst konkret und geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, Missverständnisse zu korrigieren. Achten Sie dabei darauf, dass Ihr Gegenüber das Gesicht wahren kann.

Überlegen Sie, was Ihre Optionen sind. Sind alle ausgeschöpft,  ist es für Sie an der Zeit, auf einen Abschied aus dem Unternehmen hinzuarbeiten.

Übrigens

Ich habe noch mehr zum Thema geschrieben. Das können Sie hier lesen.

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