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Wölfe füttern?

Vor einiger Zeit ist mir eine nette kleine Geschichte in die Quere gekommen. Sie stammt aus Nordamerika. Uwe Böschelmeyer hat sie erzählt.

„Ein alter Indianer erzählte am abendlichen Lagerfeuer seinem Enkel: In mir tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist gut, der andere böse. Der böse Wolf ist zornig, neidisch, gierig, arrogant, ablehnend, bemitleidet sich. Der gute Wolf ist voller Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Bescheidenheit, Güte, Mitgefühl. Da fragte sein Enkel: Und welcher Wolf gewinnt den Kampf? Darauf der Indianer: Der, den ich füttere.”[1]

Ich trage den Wolf in meinem Vornamen. Vielleicht habe ich mich deshalb ertappt gefühlt, als es darum ging, den »richtigen Wolf« zu füttern.

Aber, Hand aufs Herz, kennen Sie diesen Kampf nicht auch? Ich für meinen Teil muss jeden Morgen (manchmal sogar mehrmals täglich) entscheiden, welchen Wolf ich füttere.

Frage: Welchen »Wolf« füttern Sie heute?

[1] Uwe Böschelmeyer, Warum nicht: Über die Möglichkeiten des Unmöglichen, Ecowin: Salzburg, 2014, Kindle Pos. 345

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