Wer bittet schon gerne um Hilfe

Ich kenne Menschen, die sind zu stolz, um nach dem Weg zu fragen. Andere bringen es nicht über die Lippen, um Hilfe zu bitten. Das könnte als Schwäche gedeutet werden, ist ihre heimliche Überlegung. Deshalb treten sie lieber auf der Stelle oder – schlimmer noch – verrennen sich, anstatt um Unterstützung zu bitten. 

Und damit Sie nicht denken, dass ich hier nur auf andere zeige, will ich’s gleich zugeben. Mir ist das öfters passiert. Jedes Mal habe ich mich im Nachhinein über mich selbst geärgert. 

Dabei weiß ich, dass es in vielerlei Hinsicht gut ist, wenn man sich an andere wendet. Ich tue nicht nur mir selbst etwas Gutes. Auch der andere profitiert. – Helfen ist etwas zutiefst Menschliches. 

Ein weitreichendes Versprechen

Heute bin ich einem Versprechen in der Bibel begegnet, dass es in sich hat. Der Arzt Lukas hat es für die Nachwelt aufgeschrieben. Im nach ihm benannten Evangelium zitiert er Jesus mit den Worten: 

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Lukas 11,9

Um zu unterstreichen, worum es geht, führt Jesus ein Beispiel an, das damals jeder sofort verstanden hat. 

Unerwarteter Besuch ist am späten Abend eingetroffen. Die orientalische Sitte gebietet dem Gast eine Mahlzeit zu zubereiten. Aber was tun, wenn in der Speisekammer nicht zu finden ist, was man anbieten könnte? In der Not wendet man sich an den Nachbarn.

So wie der Gastgeber nebenan um Hilfe gebeten hat, kann ich Gott im Gebet ansprechen. Jesus macht Mut dazu und stellt in Aussicht, dass meine Bitte gehört werden wird. 

Ein interessantes Detail

Bemerkenswert finde ich den Zusammenhang, in den Jesus sein Versprechen stellt. Einige Verse später überliefert Lukas folgende Worte von Jesus: 

„Trotz all eurer Bosheit wisst ihr Menschen doch, was gut für eure Kinder ist, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist schenken, die ihn darum bitten!«“ Lukas 11,13 (Übersetzung Hoffnung für alle

Der Geist Gottes (in der Bibel auch als „Heiliger Geist“ bezeichnet) hat neben vielen Eigenschaften eine ganz besondere: Er deckt auf und verhilft zu klarem Denken und Erkennen. Und genau hier setzt das Versprechen von Jesus an. 

Wenn ich beispielsweise nicht mehr weiterweiß und dringend Inspiration brauche, kann ich Gott um Hilfe bitten. 

Dazu ist es allerdings erforderlich, dass ich Gott den Platz in meinem Leben einräume, der ihm gebührt. Schließlich es er kein Automat, in den ich „oben“ einen Gebetswunsch einwerfe, um dann umgehend „unten“ die gewünschte Gebetserhörung an mich zu nehmen. 

Gott ist die höchste Autorität und er entscheidet souverän. Wenn ich ihn ansprechen will, dann setzt das meine Bereitschaft zu einer Beziehung mit ihm voraus. Und das heißt dann auch in Zeit mit ihm investieren, aufmerksam zuhören und versuchen zu verstehen, was seine Vorstellungen sind. 

Neben Artikeln über Führungsthemen, persönliche Entwicklung und Produktivität veröffentliche ich sonntags Gedanken über Texte aus der Bibel. Hier finden Sie weitere Artikel.

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