VUCA

Sie ist in aller Munde, jedenfalls hört und liest man von ihr in der Managementliteratur. Es geht um die VUCA-Welt, in der wir seit einiger Zeit miteinander stecken.  

Der Begriff entstammt dem amerikanischen Militär und steht für

V = Volatility (hohe Schwankungen in kurzer Zeit)

U = Uncertainty (unsicher)

C = Complexity (komplex)

A = Ambiguity   (unklar, unsicher) 

Mit VUCA umschrieben wurde eine Gefechtslage, die den oben genannten Kriterien entsprach. 

Übernommen wurde das Akronym VUCA in der Management- und Wirtschaftsliteratur, weil man ähnliche Phänomene zu beobachten glaubte: ein immer schneller sich veränderndes und komplexer werdendes Marktgeschehen. 

Mein Kollege Andreas Odrich[1] machte mich dieser Tage aufmerksam auf einen Begriff, den Dr. Willms Buhse geprägt hat. Er stellt eine Antwort auf die VUCA-Welt dar. Willms Buhse spricht von VOPA+ und meint damit: 

V = Vernetzung

O = Offenheit

P = Partizipation

A = Agilität

+  = plus Vertrauen

Mehr über Dr. Willms Buhse finden Sie auf seiner Homepage.

Vernetzung, Offenheit, Teilhabe, innere Beweglichkeit und Vertrauen – das sind Eigenschaften, um in der modernen, sich schnell verändernden VUCA-Welt bestehen zu können. 

Dazu meinerseits ein paar Gedanken: 

Vernetzung

In einer unübersichtlichen Welt mit komplexen Problemstellungen ist es immer gut, jemanden zu kennen, der jemanden kennt, der bei der Lösung behilflich sein könnte.  

Neben den üblichen Verdächtigen im Bekanntenkreis gibt es jedoch Menschen, deren besondere Stärke die Vernetzung ist. Meines Wissens hat Malcolm Gladwell einmal darüber geschrieben. Leider kann ich die Quelle nicht mehr lokalisieren (kann mir jemand helfen?). Ich meine, es sei Gladwell gewesen, der gezeigt hat, dass man mithilfe von diesen besonderen Netzwerkern  beispielsweise einen Brief an eine beliebige Stelle in der westlichen Welt verschicken kann, ohne eine genaue Adressangabe zu haben. Der Brief würde weniger als zehn Stationen benötigen, um den intendierten Empfänger zu erreichen. Man kann sich das kaum vorstellen, aber es funktioniert tatsächlich, auch ohne die Hilfe eines Computers.  

Offenheit

Hier beginnt es schwierig zu werden. Meiner Beobachtung folgend, sinkt die Offenheit eines Menschen mit zunehmender beruflicher Erfahrung bzw. Lebensalter. Romano Guardini bezeichnet diese Lebensphase, die in etwa zwischen 40 und 60 Jahren erfolgt, als die Phase des »ernüchterten Menschen«.  

In dieser Phase bin ich nicht mehr der „hungrige junge Profi“. Ich habe schon viel gesehen und gehört. Ich habe grandiose Idee scheitern sehen und mein gerütteltes Maß an Enttäuschungen erleben müssen. Das hat mich skeptisch gemacht und so habe ich mich zum »ernüchterten Menschen« entwickelt. Die Folge: Ich wäge sorgfältig ab, ob sich Offenheit für mich auszahlt. 

Dabei ist es gerade Offenheit, die mir in der modernen Welt den entscheidenden Vorteil beschert.   

Partizipation

Ich ziehe den deutschen Begriff Teilhabe vor, weil der treffend umschreibt, worum es eigentlich geht. 

Teilhabe ist immer gut, wenn es darum geht, dass mein Problem gelöst wird. So denken die meisten von uns. Die Frage ist aber die: Bin ich bereit, andere zu mir aufs Siegerpodest herauf zu hieven, wenn es darum geht, meinen Erfolg zu feiern?  Oder endet Teilhabe an dieser Stelle? 

Besonders wettbewerbsorientierte Menschen müssen sich an dieser Stelle einer echten Herausforderung stellen. 

Agilität

Schon wieder eine dieser Worthülsen, hinter der es sich trefflich verstecken lässt. Der Begriff Agilität beschreibt innere Beweglichkeit. Man könnte auch sagen: mentale Fitness. So wie ich zweimal pro Woche im Sportzentrum meine physische Beweglichkeit trainiere, so muss ich meine mentalen Muskeln anstrengen. Und das ist vor allem, aber nicht nur, für ältere Semester herausfordernd.

Was tun Sie, um sich geistig beweglich zu halten? Ein gutes Rezept für geistige Flexibilität ist es, sich außerhalb ihrer mentalen und sozialen Komfortzone zu bewegen! Das bildet und es macht reich, erfahrungsreich. 

Plus Vertrauen

Bei Vertrauen geht es letztlich um Haltung: Wie begegne ich anderen Menschen? Ist mein Auftreten von tiefer Skepsis geprägt? Gelingt es mir, meinem Gegenüber auf dessen Augenhöhe zu begegnen? Rede ich nur von Vertrauen oder lebe ich es? Verfüge ich über die innere Größe, dass ich es mir leisten kann, anderen Menschen zu vertrauen? Auch dann, wenn damit ein gewisses Risiko verbunden ist? Das könnte unter anderem bedeuten, dass ich mich meinem Gegenüber anvertraue bzw. seinem Urteil Glauben schenke.


[1] Andreas Odrich ist Leiter der Redaktion Aktuelles und Gesellschaft bei ERF Medien. 

Bildquellen

  • Bild-ID 1511941838: ra2studio / Shutterstock

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