Vorwärts in eine komplexe Zukunft

Wir leben in bewegten Zeiten. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Welt um mich her immer komplexer wird. Wie kann ich mit einigermaßen sicherem Schritt in die Zukunft aufbrechen? 

Beim Nachdenken sind mir ein paar Punkte gekommen, die helfen können, dass ich meinen Weg finde. Einige davon möchte ich heute vorstellen. 

1. Verantwortung für meine Situation übernehmen

Wer irgendwohin aufbrechen möchte, muss zunächst einmal wissen, wo er sich befindet. Das bedeutet u. U. eine ehrliche – und manchmal auch schmerzhafte – Bestandsaufnahme. 

Ich bin, der ich bin und ich bin da, wo ich bin, weil ich in meinem Werdegang Entscheidungen getroffen habe. Meine Vergangenheit nimmt Einfluss auf heute und was ich jetzt entscheide, wird sich auf meine weitere Entwicklung auswirken. Und zwar im Guten wie auch im Schlechten. 

Diese simple Wahrheit fällt manch einem schwer zu akzeptieren. Sie hat einen Nachteil: Ich kann niemandem die Schuld für meine Misere zuschustern. 

Das ist vor allem dann unangenehm, wenn ich mir angewöhnt habe, mit dem Finger auf andere zu zeigen, anstatt Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. 

Nachdem ich geklärt habe, von wo aus ich aufbreche, lautet die nahe liegende Frage: 

2. Wer darf in mein Leben sprechen?

Wem erlaube ich Zugang zu mir? Wem gestatte ich, mir den Weg zu weisen? Es gibt viele, die das gerne tun würden. Aber ist es klug, auf diese Ratgeber zu hören?  

Das bringt mich zu ein paar weiteren Fragen. Welche Botschaften hat mein Gegenüber im Gepäck? Überhaupt, welche Inhalte dringen an mein Ohr und sind diese gut für mich? Sind sie heilsam, aufbauend? 

Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich damit beginne, kritisch auszuwählen. Es kann sein, dass ich mich sogar unzugänglich für bestimmte Botschafter machen muss. Oder wenigstens den Raum verringern, den ich ihnen zugestehe. 

Ich möchte Ihnen Mut machen: Bohren Sie ein Loch in die „Blase“, in die Sie von Facebook-Algorithmen und anderen sozialen Netzwerken hineinbefördert worden sind. Treten Sie aus Ihrer kleinen Echokammer heraus an die „frische Luft“. Eigene Gedanken sind wie Kinder und Hunde. Sie lieben die Freiheit (frei nach Erich Kästner).

3. Ehrlich werden und das Preisschild akzeptieren

Auf dem Weg in die Zukunft kann es passieren, dass Ihnen mehr Verantwortung angeboten wird. Eine höhere Position mit neuen Aufgaben etwa. Herzlichen Glückwunsch! Bedenken Sie aber bitte, dass unter allen Annehmlichkeiten und Privilegien, die mit einer Führungsaufgabe verbunden sind, sich ein kleines Detail versteckt, das gerne übersehen wird, das Preisschild. 

Sie tun gut daran, es sich vorher genau anzuschauen. Fragen Sie sich bitte: Will ich mir den ausgewiesenen Preis leisten? Passt zu mir, was von mir gefordert wird?

Es geht darum, die Kosten ehrlich abzuwägen, bevor ich mich darauf einlasse. Habe ich zugesagt und bin in Verantwortung, bedeutet das, dass ich das Preisschild akzeptiere. Dann bleibt mir nur noch, soweit das mir möglich ist, mein Leben auf die neuen Anforderungen einzustellen.     

4. Chancen in Problemen erkennen

Wie nehme ich die Welt um mich herum wahr? Geht es darum, sich im Markt durchzusetzen? Den Mitbewerber wegzudrängen? Den Ton anzugeben? Die erste Geige zu spielen? Sehe ich Probleme als potenzielle Gefahrenmomente oder gelingt es mir, die darin versteckten Chancen wahrzunehmen?

Von Dr. Frederik Pferdt habe ich gelernt, mir die mentale Technik des Reframings zunutze zu machen. 

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Systemischen Familientherapie und ist durch Virginia Satir bekannt geworden. Das englische Wort „frame“ (Rahmen) deutet an, worum es geht: Jedes Bild ist in einen Rahmen eingefasst. Ebenso kennt mein Leben einen Bezugs- und Deutungsrahmen. Diesen gilt es bewusst neu zu justieren und so Ereignisse und Situationen umzudeuten. 

Anstatt mich beispielsweise von drohenden Schwierigkeiten beeinträchtigen oder gar lähmen zu lassen, suche ich nach neuen Sichtweisen. Ich wähle einen neuen Betrachtungswinkel, einen anderen Bezugsrahmen und versuche auf diese Weise das Problem, das mich beschäftigt, anders einzuordnen. 

Hier sind zwei einfache Beispiele eines solchen Perspektivwechsels: 

  • Die Welt ist kein Nullsummenspiel. Es ist genug für alle da. Ich kann es mir leisten, großzügig zu sein. Und deshalb muss ich mich nicht gegen alle und jeden durchsetzen.
  • Der gemeinsame Sieg ist befriedigender als der einsam errungene. Was für den Mannschaftssport zutrifft, gilt auch für berufliche Herausforderungen. 

5. Die Latte hochlegen. 

Ein letzter Gedanke für den Aufbruch in die Zukunft. 

Welchem Anspruch will ich mich stellen? Bin ich mit Durchschnitt zufrieden oder darf’s ein bisschen mehr sein? Wofür brennt mein Herz? 

Ich bin davon überzeugt, dass meine Haltung sich auf die Menschen auswirkt, die mit mir unterwegs sind. Mitarbeiter eifern Vorbildern nach, die sie inspirieren. Sie werden sich an mir orientieren, also an meiner Leistungsbereitschaft, Qualitätsbewusstsein und Innovationsfreude. Vor allem aber, wenn sie davon überzeugt sind, dass ich in einer guten Richtung unterwegs bin.

Noch ein Hinweis:

Weitere Artikel rund ums Leiten finden Sie, wenn Sie auf diesen Link klicken. Blogs über persönliche Entwicklung habe ich hier verlinkt.

Bildquellen

Mehr zu entdecken

Klarheit

Klarheit ist etwas ganz Besonders. Das gilt für die Fernsicht von einem hohen Berg, für die eigene Gedankenwelt und vor allem für unternehmerisches Handeln.

Weiterlesen »

Neue Beiträge, die helfen werden

Sie haben ein Herz für das Thema leiten und leben. Oftmals hilft hier und da keine kleine Strategie, inspirierende Impulse. Ich schreibe jede Woche frische Beiträge, die helfen im Leben und der Leiterschaft erfolgreich zu sein.