Überraschend beim Namen gerufen

Ich sitze im Wartesaal eines großen Flughafens. Um mich herum blättern die Passagiere geduldig in ihren Zeitungen und Zeitschriften und warten darauf, dass das Boarding endlich beginnt. Plötzlich höre ich meinen Namen. Ich soll mich bitte beim Schalter melden, heißt es. 

Wenn man den eigenen Namen über den Lautsprecher hört, ist man augenblicklich hellwach. Gibt es Probleme? Ist der Flug überbucht? Das wäre äußerst ärgerlich. Warum ruft man mich aus? Tausend Fragen schießen mir durch den Kopf. 

Wie sich herausstellt, ist meine Aufregung unbegründet. Ganz das Gegenteil ist der Fall: Man will wissen, ob es in Ordnung ist, mich aus der Economy-Class in die vornehme Business Class umzubuchen. – Und ob ich einverstanden bin! 

Es macht etwas mit einem, wenn man den eigenen Namen hört. Ob das im Wartebereich eines Flughafens geschieht oder in der Begegnung mit einem anderen Menschen. Den Namen auszusprechen ist immer ein Mittel, um meine Aufmerksamkeit sicher zu stellen. Und es ist eine alte Masche in Verkaufsgesprächen.

Ich habe mich gefragt, warum ich so stark auf meinen Namen reagiere. Vielleicht liegt das auch daran, dass es nur wenige Worte gibt, die so weit zurückgehen in meiner Biografie, sieht man einmal von Mama oder Papa ab.

In der Bibel habe ich gelesen, dass Gott sich an ein ganzes Volk gewendet hat mit den Worten: 

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Jesaja 43,1

Wenn richtig Ärger droht

Wer sich ein bisschen mit der historischen Situation beschäftigt, weiß, dass die Leute damals zu Recht Muffensausen hatten. Im Norden braute sich Unheil zusammen. Die gewaltige Militärmacht der Assyrer bedrohte Land und Leute. Der Staat Judäa hatte dem wenig entgegenzusetzen. Man fühlte sich hilflos und ausgeliefert.

Aber das Wenige, was die Leute seinerzeit hatten, sollte völlig ausreichen. Warum? Weil Gott sich persönlich zu Wort meldete und sagte: Du brauchst keine Angst zu haben. Ich habe dich freigekauft. Ich kenne deinen Namen und werde mich um dich kümmern. Wir gehören zusammen. 

Seit jenen Tagen haben viele Menschen den Zuspruch aus dem Buch Jesaja auf sich übertragen und darin Trost gefunden. Ich denke, dass das in Ordnung ist. Der gleiche Gott, der damals ein bedrängtes Volk trösten wollte, hat auch heute noch jene im Blick, die in Not oder Unruhe sind. Jene, die Trost und Zuspruch brauchen und sich deshalb an ihn wenden.

Zum guten Schluss

Sonntags veröffentliche ich oft kurze Impulse zu spirituellen Themen. Dabei orientiere ich mich am Kirchenjahr. Ich greife aktuelle Themen auf oder schreibe einfach über das, was mir wichtig ist. Wenn Sie Interesse haben, mehr zu lesen, dann schauen Sie hier vorbei.

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