Starke Kräfte nutzen

Ich habe gerade ein paar wundervolle Tage auf Rügen verbracht. Endlose Strandspaziergänge bei angenehmen 21° Celsius und einem leichten Lüftchen. Dazu Sonne satt. Ein goldener Oktober, wie er im Buch steht!

In Rügen ist mir etwas aufgefallen. Die Deiche sind wesentlich niedriger als an der Nordseeküste. Das hat damit zu tun, dass der Tidehub an der Ostsee geringer ausfällt. Es sind vielleicht 150 cm Pegelunterschied zwischen Ebbe und Flut und damit das krasse Gegenteil zu dem, was ich beispielsweise aus dem Westen Englands oder Frankreichs kenne, wo die Flut in mehreren meterhohen Wellen und binnen kürzester Zeit regelrecht heranrollt.

Wenn die Flut kommt, steigt der Pegelstand und mit ihm alle Boote im Hafen. Fließt das Wasser während der Ebbe ab, sinken alle Boote.

Dieses Bild vom steigenden und sinkenden Wasserpegel, der seine Umwelt beeinflusst, hat es mir angetan. Ich habe mich gefragt:

Was ist erforderlich, damit sich in meinem Wirkungskreis Dinge heben? Und was sollte ich vermeiden, damit sich nicht alles senkt? Und, angewendet auf das Unternehmen: Was würde im Team oder im Betrieb dazu beitragen, dass sich die Dinge nachhaltig bessern?

Mir sind zwei Punkte wichtig geworden. Auf diese möchte ich nachfolgend eingehen.

Die Warum-Frage klären

So wichtig angemessene Kompensation ist, sie ist letztlich nicht der entscheidende Grund, warum Menschen sich einbringen. Ihre Kolleginnen und Kollegen möchten an etwas Sinnvollem mitwirken, an etwas, das größer ist als sie selbst.

Ganz nebenbei bemerkt: Wer an etwas mitarbeitet, das wirklich groß ist, der kann tiefe Befriedigung in seiner Tätigkeit finden.

Vielleicht kennen Sie die Karikatur von Tiki Küstenmacher, auf der drei Bauhandwerker sagen, was sie tun. Der Erste sagt von sich, dass er Steine aufeinander mauert. Der Zweite errichtet eine Wand. Der dritte Maurer baut eine Kathedrale. – Drei äußerst unterschiedliche Beschreibungen ein und derselben Tätigkeit.

Ich bin davon überzeugt, dass Sie eine befriedigende Antwort auf die Warum-Frage finden müssen. Dann  werden Sie erleben, wie Ihre Mitarbeiter sie sich zu eigen machen werden und die Leistungsbereitschaft langfristig steigt.

Die Kultur-Frage klären

Zur Kultur gehört das Betriebsklima, also der Umgang miteinander.

Worte und Taten müssen zueinander passen. Ich kenne eine Organisation, in der es Mitarbeiter gab, die das Wort “Wertschätzung” zum Unwort des Jahres küren wollten. Warum? Weil von Wertschätzung zwar ständig geredet, sie aber nur in den seltensten Fällen gelebt wurde.

Zur Kultur eines Unternehmens gehören meines Erachtens Themen wie beispielsweise diese hier:

  • Demut
  • Vertrauen
  • einander ernst nehmen
  • Fehlertoleranz praktizieren
  • Offenheit für neue Gedanken und Sichten leben
  • Erfolge gemeinsam feiern

Wie wäre das, wenn Sie sich einem “Kultur-Check” in Ihrem Team stellen.  Reden Sie mit Ihren Kollegen offen darüber. Fragen Sie nach Tipps, was Sie besser machen können, damit die “Kultur-Qualität” zunimmt.

Nachhaltige Wirkung

Zurück zu Ebbe und Flut. Das Schöne an den Gezeiten ist ihre Wirkung. Alle – ausnahmslos alle – Schiffe im Hafen heben und senken sich. Sie tun das ohne jede Anstrengung, einfach so, weil im Hintergrund gewaltige Kräfte wirken.

Lassen Sie sich vom Tidehub inspirieren. Machen Sie sich auf die Suche nach den Themen, die Auswirkungen auf alle im Team, ja, vielleicht sogar im Betrieb haben werden.

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