Nachdenken, abschneiden, Raum schaffen, wachsen

Hat man einmal die 50 geknackt, verändern sich ein paar Dinge im Leben. Es sind leise Veränderungen, die aber enorme Auswirkungen auf die persönliche Zukunft haben.

Sind Sie kurz vor der Vollendung Ihre 5. Lebensjahrzehnts oder schon jenseits dieser Marke unterwegs? Wie wäre es, wenn Sie sich eine Bestandsaufnahme leisten? Was ist geworden und was nicht gelungen?

Die Veränderungen wahrnehmen, sie evaluieren und ggf. beherzt Schlüsse ziehen, halte ich für eine große Chance. Dazu möchte ich Ihnen Mut machen. Treten Sie Ihre persönliche Entdeckungsreise an. Es lohnt sich! Am besten starten Sie hier:

1. Kassensturz

Fragen Sie rigoros und ganz im Sinne des Titels: Was ist mir gelungen? Wo muss ich nacharbeiten? Was abschneiden? Wo soll Raum für Neues entstehen?

Vier Bereiche kommen mir in den Sinn.

Freunde und Familie

Gibt es Menschen in meinem Leben, mit denen ich gerne zusammen bin und zu denen ich eine tiefere Beziehung pflege?

Gehen Sie die Liste Ihrer Freunde und Bekannten kritisch durch. Wer tut Ihnen gut? Wer kostet Kraft oder Lebensfreude? So hart das klingen mag, treffen Sie den Entschluss, bestimmte „Freunde“ auszusortieren.

Sie stehen am Beginn Ihrer wertvollsten Jahre. Diese Zeit sollten Sie nicht mit anstrengenden Menschen vergeuden.

Wie steht es um die Beziehung zur Familie? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Frage nach der emotionalen Heimat mit den Jahren wichtiger wird.

Eng damit verbunden ist die Frage: Wo gehöre ich wirklich hin? Ich habe für mich gelernt, dass Familie so gut oder schlecht ist, wie ich bereit bin, Liebe, Zeit und Kraft in die jeweiligen Beziehungen zu investieren.

Sollten Sie Defizite entdecken, ist jetzt vielleicht die letzte Gelegenheit, das Steuer herumzureißen.

Träume und Hoffnungen

Leisten Sie sich eine Reise in die Vergangenheit. Fragen Sie sich: Was sind meine Träume und Hoffnungen gewesen, als ich mich seinerzeit ins Berufsleben gestürzt habe? Was wollte ich erreichen und was um alles in der Welt vermeiden?

Fragen Sie auch, wohin Sie das Leben geführt hat. Sind Ihnen Ihre Träume noch immer wichtig?

Unerreichte Ziele

Was haben Sie nicht erreicht und warum nicht? War der Preis zu hoch? Oder sind Sie abgelenkt worden? Haben Sie sich nicht ausreichend konzentriert oder waren die Ziele vielleicht unrealistisch?

Manchmal hat man sich etwas vorgenommen und muss feststellen, dass einem das Leben in die Quere gekommen ist. Obwohl man nicht erreicht hat, was man damals beabsichtigt hatte, hat man unterwegs andere, wertvolle Erfahrungen gemacht. Es ist gut, sich dessen bewusst zu werden.

Alte und neue Gewohnheiten

Fragen Sie sich weiter: Welche Gewohnheiten habe ich entwickelt? Will ich wie bisher weitermachen? Ist es an der Zeit, Gewohnheiten abzulegen und Neue einzuüben?

2. In mich selbst investieren

Es erscheint selbstverständlich, dass man in jungen Jahren in die eigene Bildung investiert. Das Leben bringt es mit sich, dass man irgendwann damit aufhört. Meines Erachtens ist das unklug.

Ich sehe vier Lebensbereiche, in denen Stillstand droht und deshalb sehr bewusst angepackt werden müssen.

Emotional

Überlegen Sie für sich: Wie schaffe ich die Voraussetzungen dafür, dass meine Psyche gesund bleibt? Leiste ich mir ein Hobby? Schaffe ich Räume, in denen mein innerer Mensch atmen, neue Lebenskraft und Freude tanken kann? Viele sind in eine Erschöpfungsdepression geschlittert, weil sie nicht auf ihre Seele geachtet haben.

Professionell

Professionelle Beschlagenheit ist wichtig. Sie kann aber zum Stolperstein werden, weil sie mich dazu verleitet, denkfaul zu werden. Das Wertvolle an der Erfahrung ist die Gelassenheit, die sie mir schenkt. Das Gefährliche liegt in der Versuchung, neue Herausforderungen mit den Mitteln der Vergangenheit lösen zu wollen.

Ich habe gelernt: Wenn ich für mich neue Ziele stecke, kann mir das helfen, die eigene geistige Flexibilität zu erhalten.

Physisch

Spätestens jetzt ist es dringend erforderlich, in das eigene körperliche Wohlbefinden zu investieren. Bewegung wird jenseits der 50 zum Überlebensthema.

Wer jetzt investiert, wird später mit großer Dankbarkeit die Früchte ernten: Einen Körper, der noch im Alter beweglich und leistungsfähig ist.

Spirituell

Auch wenn viele das als unwichtig abtun, wir sind Persönlichkeiten, die über eine spirituelle Dimension verfügen. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, diesen Lebensbereich in den Blick zu nehmen. Deshalb möchte ich Ihnen Mut machen, auch hier nach befriedigenden Antworten zu suchen.

Bildquellen

  • Bild-ID1756611_1920: Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

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