Mit Stress gut umgehen lernen

Podcast: Mit Stress gut umgehen lernen

Können Sie gut mit Stress umgehen? Wahrscheinlich lautet Ihre Antwort: Das kommt darauf an, was der Auslöser ist und wie lange er anhält. 

Für einen überschaubaren Zeitraum ist Stress nicht weiter schlimm. Denn wenn ich weiß, wie lange ich die Zähne zusammenbeißen muss, komme ich zurecht.

Es gibt aber auch Stress, der dauerhaft sein kann: 

  • Ich denke an finanzielle Engpässe, die hartnäckig sein können,
  • an Spannungen mit Familienmitgliedern oder im Freundeskreis.
  • Ungewissheit im Beruf kann dafür sorgen, dass ich ständig gestresst bin. Denken Sie nur an das Drama um Galeria Karstadt Kaufhof. Seit Jahren müssen die Angestellten um ihren Arbeitsplatz fürchten. Das stresst enorm! 
  • Schließlich kennen Menschen, die im Beruf oder Ehrenamt Verantwortung tragen, Stress.

Wie sich Stress bemerkbar macht.

Stress macht sich in unangenehmer Weise bemerkbar durch physische, kognitive und emotionale Beeinträchtigungen. 

Ein labiles Immunsystem, Kopf- oder Magenschmerzen können Folgen von Stress sein. Mitunter werde ich anfällig für Krankheiten oder leide an Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich. 

Druck kann aber auch meine Aufnahmefähigkeit einschränken oder sich negativ auf mein Konzentrationsvermögen auswirken. 

Schließlich kann emotionaler Druck mir über die Zeit derart zusetzen, dass mein Wesen sich verändert. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass ich dauerhaft gereizt bin, schnell wütend werde oder mich niedergeschlagen fühle.

Dan Reiland beschreibt vier Formen von Stress. Ich habe seine Gedanken hilfreich gefunden und möchte sie an dieser Stelle kurz vorstellen und ein wenig ausführen. 

So kann Stress aussehen:

1. Manchmal verfange ich mich in unproduktiven Verhaltensmustern.

Es kommt vor, dass ich mich in etwas hineinsteigere, dass eigentlich nicht schlimm ist. Ich lasse ungute Gedanken zu und erlebe, ehe ich mich versehe, dass diese mich zu beherrschen beginnen. 

Dan Reiland schreibt: „Die Erwartung des schlimmsten Falles oder das Verfallen in eine negative Denkweise erzeugt Stress oder erhöht zumindest das Ausmaß des ansonsten unnötigen Stresses erheblich.“

Dann empfiehlt er: „Es ist viel besser, bewusst eine positive Einstellung zu kultivieren und sich auf die gewünschten Ergebnisse einzustellen.“

Demzufolge könnte ein Ansatz darin bestehen, dass ich mich auf das konzentriere, was ich kontrollieren kann, anstatt mich wegen dem zu sorgen, was ich nicht zu beherrschen vermag.

2. Ein gewisser Stress ist natürlich. Ich kann und sollte lernen, mich anzupassen und widerstandsfähig zu werden.

Stress ist normal. Er gehört zum Leben dazu, und deswegen tue ich gut daran, mich darauf einzustellen. 

Weil jeder anders auf Stress reagiert, liegt es auf der Hand, dass jeder seine eigenen Mechanismen entwickelt, wie er oder sie mit Druck fertig werden. Mir hilft Folgendes: 

  • Ich achte darauf, dass ich jeden Tag mich für mehr als eine halbe Stunde an der frischen Luft bewege. Ich tue das, weil ich gemerkt habe, dass mir die Bewegung guttut. Sie hilft mir, Spannungen und Druck abzubauen.
  • Ich schaffe mir bewusst Freiräume, die ich dann auch vehement verteidige. 
  • Außerdem hilft mir zweckfreies Zusammensein mit anderen. Gemeinschaft genießen, lachen, am Leben der anderen teilhaben. 

3. Stress kann sogar gesund sein. Er hilft mir, mich zu strecken und zu wachsen.

Es ist tatsächlich so, gelegentlich hat Stress auch seine guten Seiten. 

Wer neu ist in seinem Job, erlebt ein gesundes Maß an Stress, wenn es darum geht, sich möglichst schnell in der neuen Rolle oder Firma zurechtzufinden.

Mir helfen feste Termine, bis zu denen etwas beantragt oder abgegeben werden muss, um Struktur in meinen Alltag zu bringen. Aber auch den Druck einer besonderen Herausforderung erlebe ich als hilfreich. Ich denke beispielsweise an Vorgaben, die ich erreichen muss.

4. Stress, den ich mir selbst zufüge, kann schädlich sein.

Auch wenn im Betrieb gerne gestöhnt wird. In Wahrheit wird in den seltensten Fällen übermäßiger Stress von außen aufgebürdet. Meistens tun wir das von allein, sei es, um sich im Betrieb besser zu positionieren oder weil man sich oder irgendjemandem etwas beweisen möchte. Vielleicht sind es auch die überhöhten Erwartungen an sich selbst, die für ungesunden Stress sorgen. 

Stress kann sich dann so äußern, dass man – bildlich gesprochen – die Kerze von beiden Seiten abbrennt. Infolgedessen kommt es zunächst zur körperlichen oder seelischen Überforderung, die irgendwann in Erschöpfung und Depression endet. 

Was kann ich tun? 

Ich bin davon überzeugt, dass zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme ansteht. Damit meine ich: Hinschauen. Mir nichts vormachen. Mit dem Schönreden aufhören. Mir schonungslos über meine Motive klar werden. 

Dabei können ein paar Fragen weiterhelfen: 

  • Bin ich überfordert? Habe ich mir zu viel aufgehalst? 
  • Ist meine Belastung dauerhafter Natur oder kann ich das Ende absehen? 
  • Leide ich an Unterforderung und mache mir deshalb Druck?
  • Erlebe ich Stress infolge unproduktiver Verhaltensmuster?
  • Sind die Strukturen, in denen ich arbeite, ungesund für mich?

In einem nächsten Schritt kann ich überlegen, was ich beenden will. Ich frage mich: 

  • Welche Änderungen muss ich vornehmen? Und: Bin ich dazu überhaupt bereit? 
  • Wie tief soll ich eingreifen? Reichen kleine Veränderungen aus oder muss ich ans Eingemachte, sprich, die Arbeitsstelle wechseln? 

Nachdem ich mir Klarheit verschafft habe, ist es an der Zeit, dass ich mir eine Strategie zurechtlege. 

  • Ich lege ein Ziel fest. 
  • Dann kläre ich für mich, wann ich mein Ziel erreichen will. 
  • Ich bestimme Meilensteine auf dem Weg dorthin und lege fest, bis wann ich diese Teilziele erreichen will.
  • Ich suche mir einen Rechenschaftspartner, dem ich erlaube, mich auf meinem Weg kritisch zu hinterfragen.

Weil ich ein visueller Mensch bin, hilft es mir, anhand einer Mindmap meine Gedanken zu entwickeln. Hier finden Sie ein Anbieter, der für Windows, macOS, Android und iOS Mindmaps anbietet. Beruflich habe ich mit Mindmap von Corel gute Erfahrungen gemacht.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen Mut machen. Sprechen Sie mit anderen über Ihre eigenen Erfolge und Misserfolge. Ihre Transparenz wird Ihre Kollegen ermutigen. Vielleicht wird der oder die andere eigene Erfahrungen mit Ihnen teilen. Tipps, die für Sie wertvoll sein könnten. 

Bildquellen

  • : Nikko Macaspac / Unsplash

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