Kleine Geste, große Wirkung!

Podcast: Kleine Geste, große Wirkung

Kurz & knapp: Menschen wollen wahrgenommen werden. Und sie möchten dazugehören. Wer das im Blick hat, kann das Arbeitserlebnis positiv beeinflussen und nebenbei eine Menge Gutes bewegen.


Gesehen zu werden, ist ein Grundbedürfnis von Menschen. Man kann bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beobachten, wie wichtig es ist. Ich habe mir sagen lassen, dass manches verhaltensauffällige Kind im Grunde genommen lediglich wahrgenommen werden möchte.

Was für das Leben im Allgemeinen gilt, trifft natürlich genauso für den Arbeitsplatz zu. Mitarbeiter wollen wahrgenommen werden und ihre Arbeit geschätzt wissen. 

Ich will heute über kleine und größere Gesten nachdenken, die helfen, den einen oder die andere angemessen zu würdigen.

Kleine Anstrengung, große Wirkung.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass es unterschiedliche Arten gibt, wie ich Anerkennung zum Ausdruck bringen kann. Beispielsweise indem ich jemanden, der nicht damit rechnet, ein aufmunterndes Wort zuspreche. Einfach morgens zum Dienstbeginn oder bei einer anderen passenden Gelegenheit im Büro oder am Schreibtisch vorbeischauen und ein freundliches Wort sagen. 

Eine handschriftliche Notiz, verbunden mit einem freundlichen Dankeschön, kann Wunder wirken. Ich kenne Vorstände, die sich das zur täglichen Aufgabe gemacht haben. Immer wenn sie den Eindruck haben, dass es einen passenden Anlass gibt, schreiben sie ein paar anerkennende handschriftliche Zeilen.    

Eine besonders schöne Geste besteht darin, von sich aus und öffentlich jemanden positiv hervorzuheben, der Großartiges geleistet hat. Damit meine ich nicht einfach nur ein pauschales Lob, sondern die Namensnennung und den konkreten Beitrag, den er oder sie zum Erfolg des Ganzen beigesteuert hat. 

Jeder weiß, dass kleine und große Projekte meist nicht infolge der überragenden Leistung eines Einzigen zum erfolgreichen Abschluss geführt werden. Fast immer sind es Teams, die im Hintergrund den Erfolg möglich machen. Warum nicht diesen Umstand herausheben?  

Leider erlebe ich immer wieder, dass genau das nicht geschieht. Der Drang, allein die Ehre einzuheimsen oder bestimmte Leistungen einfach vorauszusetzen, scheint weit verbreitet zu sein. Schade!

Ehre, wem Ehre gebührt!

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie endlos lang der Abspann eines Spielfilms sein kann? Je nach dem kann es bis zu fünf Minuten dauern, bis alle am Film beteiligten Personen über die Leinwand geflimmert sind. Auch wenn das vielen Kinobesuchern unwichtig, sogar lästig ist, für jeden am Film Beteiligten ist die Nennung mehr als nur Ehrensache. Sie ist der für alle sichtbare Beweis der Mitarbeit. 

Was in der Filmindustrie gang und gäbe ist und man als Danksagung in jedem Sach- oder Fachbuch im Vorwort nachlesen kann, sollte auch im kleineren Rahmen eine Selbstverständlichkeit sein: die Credits. 

Der nachhaltige Einfluss auf das Miteinander.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt der Volksmund, geteilte Freude hingegen doppelte Freude. 

Den Mitarbeiter oder die Kollegin sichtbar zu machen, indem ich ihren oder seinen Beitrag öffentlich wertschätze, kommuniziert überdies eine weitere Botschaft: Ich habe dich gesehen. Mir ist nicht entgangen, was du geleistet hast und dafür empfehle ich dich und deine Leistung öffentlich. 

Wer so behandelt wird, revanchiert sich in der Regel großzügig. Sei das durch Loyalität oder verstärkten Einsatz bei künftigen Projekten. Überdies kann ich so zu einem guten Arbeitserlebnis beitragen. 

Dankbarkeit wirkt nach.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Dankbarkeit lange nachwirkt. Sie kann sich selbst nach Jahren auszahlen.  

Da man sich mehrmals im Leben begegnet, ist es hilfreich, wenn man an gute gemeinsame Zeiten anknüpfen kann. Erlebte Dankbarkeit kann später einmal wunderbare Brücken bauen helfen!  

Nebenbei bemerkt: Aus der Psychologie weiß man, dass es zwar für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Jedoch entscheidet der letzte Eindruck über die Vorzeichen für eine künftige Begegnung. 

Der Stolz, dazuzugehören. 

Ein öffentlich ausgesprochener Dank adelt und er kommuniziert unmissverständlich: Ich gehöre dazu. Meine Mitarbeit hat zum Erfolg beigetragen. Deshalb bin ich stolz, dazuzugehören. 

Sicher ist Ihnen die Karikatur von Tiki Küstenmacher schon begegnet, in der drei Bauarbeiter Auskunft über ihre Tätigkeit geben: Der erste Bauarbeiter sagt: „Ich behaue einen Stein.“ Der zweite ergänzt „Ich arbeite an einem Spitzbogenfenster.“ Der dritte sagt voller Stolz: „Ich baue an einer Kathedrale.“ 

Und damit bin ich bei einem weiteren menschlichen Grundbedürfnis, mit dem ich meine kurzen Ausführungen beschließen will: Es ist wichtig, nicht nur gesehen zu werden, sondern auch dazugehören zu dürfen. Teil einer größeren Gruppe und eines sinnstiftenden Projekts zu sein.  

P.S.: Vor längerer Zeit habe ich zum Thema Dankbarkeit einen Artikel verfasst. Sie finden ihn hier.

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