Impuls für Donnerstag, den 31. Januar 2019


Kleines Ruder, große Wirkung

Haben Sie schon einmal ein paar Urlaubstage oder eine Woche auf einem großen Segelboot verbracht? Vielleicht einem Schoner oder Klipper? Ich habe mir das zwei Mal gegönnt. Einmal im Rahmen von Filmaufnahmen und ein weiteres Mal mit einer Gruppe von Bekannten und Freunden aus unserem Ort.  

Ich glaube, ich werde die beiden Segeltörns auf der Ostsee nie vergessen. Unsere Boote – oder sollte ich besser Schiffe sagen? – waren über 30 Meter lang, hatten je zwei Masten. Bis auf Skipper und Smutje, also Kapitän und Koch, waren wir die Besatzung.   

Besonders beeindruckt hat mich ein Tag auf meinem zweiten Segentörn. An diesem Tag hat ein Wind kräftig geblasen. Für einen Seemann war das sicher nur eine frische Brise, für uns Landraten aber ein ordentlicher Wind. 

Irgendwo zwischen den dänischen Inseln hat unser Skipper das Schiff in einen bestimmten Winkel zum Wind gestellt. Was dann passierte, hat mich – wie gesagt – 

tief berührt. Mit einem Mal ging ein Zittern durchs ganze Schiff und die Segel haben zu summen begonnen. Gleichzeitig hat sich das Schiff zur Seite geneigt und enorm Fahrt aufgenommen. Das Schiff ist förmlich durch die Wellen gepflügt. 

Es ist ein erhebender Moment gewesen, ausgelöst vom Kapitän, der höchstpersönlich am Ruder stand.

Mit einem Ruder kann man viel anstellen. Davon weiß in der Bibel auch Jakobus zu berichten. Er schreibt folgende Gedanken:

„Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rechnet sich große Dinge zu“, Jakobus 3,4–5.

Nach Jakobus gleicht die menschliche Zunge dem Ruder eines großen Schiffs. Von den Proportionen Schiff zu Ruder bzw. menschlicher Körper zu Zunge dürfte das in etwa hinkommen.  

Ein Schiffsruder hat eine große Wirkung. Es führt Manöver aus, die sich jemand ausgedacht hat. Genau genommen setzt das Ruder nur das um, was der Steuermann will. 

Demnach trägt der Steuermann große Verantwortung. Denn das Schiff wird vom Ruder so gedreht, wie der Steuermann es vorgibt. Beispielsweise kann ein Segelschiff hart am Wind kreuzen oder vom Wind getrieben werden.

Nicht anders ist es mit meiner Zunge. Sie sagt auch nur das, was ich reden will. Und deswegen trage ich Verantwortung für das, was ich sage und ich muss auch mit den Konsequenzen leben, die mein Reden auslöst. 

Wenn Sie mögen, lade ich Sie zu einem kurzen Gebet ein. Sie können es gerne still mitbeten: Jesus Christus, ich merke, dass meine Worte viel auslösen können. Deshalb bitte ich dich, gibt mir Weisheit. Hilf mir heute so zu reden, wie es gut vor dir ist. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Seien Sie gesegnet! 

Ihr Wolf-Dieter Kretschmer 

Bildquellen

  • microphone-bild-impuls: Robert Fischer

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