Impuls für Donnerstag, den 24. Januar 2019

Aus der Gefahrenzone gerettet

Vor einigen Tagen saß ich das Bild eines Soldaten, der auf seinen Armen ein kleines Mädchen trug. Das Bild muss vor einiger Zeit im Mittleren Osten entstanden sein. Vielleicht während einer Kampfhandlung im Irakkrieg oder in Afghanistan. Auf jeden Fall hat mich das Bild berührt, denn dem Gesichtsausdruck des Soldaten entnahm ich echte Sorge um das Wohlbefinden des kleinen Mädchens. Haltung und Bewegung machten deutlich, dass er versuchte, das Kind schnellstmöglich aus der Gefahrenzone herauszubringen.

Während ich das Bild betrachtet habe, kam in mir die Frage hoch: Hätte mein Papa das auch mit mir gemacht? Hätte er sein Leben riskiert, um mich aus der Gefahr zu bringen? Und plötzlich war da  eine weitere Frage: Wie wäre das mit mir gewesen? Hätte ich mein Leben riskiert, um meine vier Kinder aus einer solchen Not zu holen? 

Es ist schon krass, welche Gedanken Bilder auslösen können. 

Dieses Bild ist mir in den Sinn gekommen, als ich über den heutigen Bibeltext nachgedacht habe. Es ist ein Satz aus dem Alten Testament. Ich zitiere: „Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Ich will sie zu Wasserbächen führen auf ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln; denn ich bin Israels Vater“, Jeremia 31,9. 

Der Bibelvers aus dem Buch Jeremia lässt mich ahnen, dass es um zutiefst erschütterte Menschen geht. Menschen, die ihren Halt verloren haben. Und es geht um Trost, Hilfe, sicheren Tritt und frisches Wasser. 

Den Israeliten hatte Jeremia über Jahre eine schlimme Zukunft verheißen: Krieg, Vertreibung aus der Heimat, Frondienst ins Ausland. Lange hatte man Jeremias Warnungen in den Wind geschlagen. So lange, bis es zu spät war und das Unglück sich nicht mehr abwenden ließ. 

Aber Jeremias Blick reicht weiter. Er sieht, dass Gott noch nicht am Ende mit seinen Möglichkeiten ist. Gott wird seinem Volk einen Neuanfang ermöglichen. Fort aus der Verbannung, raus aus der Zwangsarbeit, zurück in die Heimat. – Darum geht es, wenn Jeremia prophezeit:  „Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.“ 

Der Gedanke, dass Gott sich Menschen wie ein wohlmeinender Vater zuwendet und sie herausführt aus Not und Gefahr, ist fest in der Bibel verankert. Deswegen ist es in Ordnung, diesen Bibelvers auch auf heute zu beziehen. Ja, Jeremias Worte haben in eine konkrete Situation gesprochen, aber das Prinzip dahinter gilt auch heute noch. 

Ich kenne Ihre Lebensumstände nicht. Vielleicht geht es Ihnen im Moment gut. Sie haben Erfolg. Beruflich und privat sind Sie oben auf. – Wenn das so sein sollte, dann freue ich mich für Sie. Genießen Sie das Gute. Und danken Sie Gott dafür. 

Alle anderen möchte ich ermutigen: Machen Sie sich diese Verheißung Jeremias zu eigen. Legen Sie Ihr Lebensumstände vertrauensvoll in Gottes Hände. So, wie sich das Mädchen der Fürsorge jenes Soldaten anvertraut hat, der sie aus der Gefahrenzone herausgeholt hat. 

Mich möchte ein kurzes Gebet sprechen und wenn Sie mögen, können Sie das in der Stille zu Ihrem eigenen machen: 

Allmächtiger Gott, durch Jesus Christus komme ich zu dir. Danke für diesen Tag. Danke für das, was mich heute erwartet. Ich vertraue mich deinem Schutz und deiner Führung an. Bitte tröste und leite mich. Führe mich auf ebenem Wege zu Wasserbächen. Bitte bewahre mich davor, zu straucheln. Amen. 

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Seien Sie gesegnet.Ihr Wolf-Dieter Kretschmer 

Bildquellen

  • microphone-bild-impuls: Robert Fischer

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