Impuls für Donnerstag, den 17. Januar 2019


Der Blick fürs Wesentliche

Jesus spricht mit seinen Jüngern. Er sagt, dass ihnen ein besonderes Privileg zuteil geworden ist. Sie haben etwas erleben und den Sinn dessen verstehen dürfen, was anderen vorenthalten geblieben ist. Das meint Jesus, wenn er im Matthäusevangelium mit folgenden Worten zitiert wird:

„Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören“, Matthäus 13,16.

Ich kenne dieses Phänomen: Da macht mich jemand aufmerksam auf etwas. Ich schaue hin, kann aber nichts erkennen. In gleicher Weise merke ich auf, höre aber nichts Außergewöhnliches. 

Erinnern Sie sich an die Bücher, die vor Jahren veröffentlicht wurden? Wenn man die gedruckten Motive länger konzentriert betrachtete, konnte man plötzlich dreidimensionale Muster erkennen. Sie wuchsen förmlich aus den Seiten heraus. Es war eine faszinierende Illusion. Immer wieder, wenn ich eines dieser Bücher zur Hand nahm, war es der gleiche Effekt. Zunächst einmal sah ich nicht viel mehr als ein wirres Farbenspiel. Meistens dauerte es eine Weile, bis es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel. Ich sah dann nicht nur. Plötzlich erkannteich. 

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem genauen Hinhören. Ich höre nicht einfach. Mit einem Mal versteheich. Zusammenhänge erschließen sich mir plötzlich, die ich vorher nicht wahrgenommen habe.

So ähnlich ist es zu Jesu Zeiten gewesen: Alle haben das Gleiche gesehen und gehört. Jesus hat Menschen geheilt und unterhaltsame Geschichten erzählt. Aber nur einer kleinen Schar Menschen hat sich erschlossen, was Jesus gemeint hat, was die Botschaft hinter der Botschaft gewesen ist: Die Wunder sind Zeichen für das besondere Wirken Gottes gewesen und die Gleichnisse haben tiefe Wahrheiten über Gottes Heil für die Menschen enthalten. 

Soweit der historische Bezug. Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Was hat das mit mir zu tun, wenn Jesus sagt: „Selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören“? 

Ich wünsche mir für heute Augen und Ohren, die hinschauen und hinhören. Ich wünsche Ihnen und mir die Fähigkeit zu erkennen, was wesentlich ist. Es gibt viel Geplärr um uns herum, viele Botschaften, die ablenken. Umso wichtiger ist es, das Wesentliche zu sehen und zu hören.

Was ist wesentlich? Zum Beispiel folgendes: Sie sind ein besonderer Mensch. Sie sind einzigartig. Sie sind geliebt, ohne Wenn und Aber, geliebt und wertgeschätzt, ein Individuum, das Gott mit vielen Gaben ausgestattet hat. Gott möchte, dass Sie das erkennen und für sich in Anspruch nehmen. Und er möchte durch Jesus Christus in Beziehung zu Ihnen treten, das Leben mit Ihnen teilen. 

Ich werde jetzt beten und wenn Sie mögen, können Sie dieses Gebet in der Stille zu Ihrem machen.

Allmächtiger Gott, ich komme zu dir im Namen von Jesus Christus. Ich bitte dich, dass du meine Augen und Ohren öffnest für das, was wesentlich für mich und meine Mitmenschen ist. Gott, schenke, dass dieser Tag gelingt. Amen. 

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Seien Sie gesegnet.

Ihr Wolf-Dieter Kretschmer  

Bildquellen

  • microphone-bild-impuls: Robert Fischer

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