„Ich habe Rücken! Sie auch?“

„Ich habe Rücken“ ist bei meinen Bekannten eine Redewendung, unter der allerhand den Rücken betreffende, schmerzhafte Beschwerdebilder zusammengefasst werden. 

Haltungsschäden haben unterschiedliche Ursachen. In einigen Fällen treten sie infolge einer Überbelastung des Rückgrats auf. Einer meiner in meinem Bekannten leidet sogar an Morbus Bechterew.  Die meisten gehören jedoch in die Kategorie „Schreibtischtäter“. Wir bewegen uns zu wenig und entwickeln deshalb Rückenprobleme, die nicht nur schmerzhaft sind, sondern die Tendenz haben, sich zu verfestigen und dauerhaft zu werden. 

Es gibt aber auch Haltungsschäden, die mit dem Rückgrat nichts zu tun haben. Sie finden im Kopf statt und sind ebenfalls in der Lage, allerhand Schaden anzurichten. 

Auf diese Haltungsschäden der anderen Art will ich heute zu sprechen kommen. Das tue ich, indem ich vier unvorteilhafte Einstellungen kurz vorstelle. Zum Beispiel: 

Haltungsschaden 1: „Da ist Hopfen und Malz verloren!“

Diese frustrierte Reaktion mag gelegentlich naheliegen. Sie ist aber unangemessen. Zutreffend ist vielmehr, dass es Hoffnung gibt. 

Wenn ich Menschen führe, hantiere ich mit der Währung Hoffnung. Schließlich strebe ich eine bessere Zukunft an. 

Hoffnung ist ein wertvolles Gut, denn in ihr wohnt eine besonders wirkmächtige Kraft. Und deshalb ist es richtig, wenn ich mir vor Augen führe, dass ich auch in schier hoffnungslos vertrackten Situationen Hoffnung finden kann. Vielleicht muss ich eine Weile suchen. Sie lässt sich aber finden. Davon bin ich überzeugt.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wer für sich keine Hoffnung hat oder diese nicht zu vermitteln weiß, sollte sich schnellstens aus der Führungsverantwortung verabschieden! 

Haltungsschaden 2: „Da ist nichts zu machen!“

Auch diese Aussage stimmt in den seltensten Fällen. Die Lösung mag teuer oder aufwendig sein. Vielleicht erfordert sie eine Extraportion Geduld. Eine Lösung lässt sich (fast) immer finden.

Mir gefällt die Einstellung, die annimmt, dass sich eine Lösung finden lässt. Sie ist positiv, setzt Neugierde und ergebnisoffenes Denken voraus. Und sie entspricht meiner Lebenserfahrung.

Ich habe gelernt, dass es für schier unüberwindbare Probleme fast immer eine Lösung gibt. Manchmal stellt sie sich durch Verzicht ein oder weil man das Problem anders angepackt, sich in besonderer Geduld geübt hat. Hin und wieder infolge eines Quäntchens an Mehrleistung. 

Allerdings gelten zwei Vorbedingungen: Ich muss eine Lösung wollen und bereit sein, gelegentlich meine ausgetretenen Denk- und Handlungsmuster zu verlassen. 

Haltungsschaden 3: „In XY investieren ist zwecklos“

Es gibt den zynischen Satz, der besagt, dass jeder Mensch als Beispiel dienen kann, und sei es als ein abschreckendes. Ich finde solches Gerede wenig hilfreich. Außerdem widerspricht diese Haltung meinem christlichen Menschenbild, demzufolge jede Person ein guter Gedanke Gottes für diese Welt ist. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch wertvoll ist. Wir alle beziehen unsere Würde aus der Tatsache, dass wir im Bilde Gottes geschaffen wurden. 

Die Frage ist nach meinem Dafürhalten, ob ich bereit bin, Potenzial bei meinem Gegenüber zu vermuten. Wie hoch ist meine Bereitschaft, zu investieren, das Potenzial freizulegen? 

Haltungsschaden 4: „Ich mach’s allein. Dann geht’s schneller und es wird besser.“

Dieser Haltungsschaden ist weit verbreitet. Das liegt darin, dass er einen baldigen Erfolg verspricht. Nach meinem Dafürhalten bewirkt ein anderer Ansatz nachhaltiges Gelingen, und das lässt sich so auf den Punkt bringen: Einheit bringt Stärke und Schwung. 

Es ist wie beim Vierradantrieb. Wessen Auto über diesen technischen Luxus verfügt, der weiß sich auf der sicheren Seite, wenn der Weg durch raues Gelände führt. 

Es kann schon mal vorkommen, dass ein Rad die Bodenhaftung verliert. Gelegentlich ist das auch bei zwei Rädern der Fall. Aber alle vier? Das ist äußerst selten. 

Wenn es mir gelingt, möglichst viele für das gemeinsame Anliegen zu gewinnen, habe ich deutlich bessere Chancen, mein Ziel zu erreichen. 

Ein Hinweis zum Schluss

Gestatten Sie mir noch einen Hinweis. Wenn es darum geht, im Kopf um zuparken, empfehle ich Ihnen einen Artikel über die britische Erfolgsserie Downton Abbey

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