Gen Y

Wenn ich meine drei Kinder (34-21) anschaue, blicke ich auf eine Generation von Menschen mit deutlich anderen Werten. In der Literatur bezeichnet man Vertreter meiner Generation als sogenannte Babyboomer. Wir stellen die geburtenstarken Jahrgänge, die in den 18 Jahren nach Kriegsende geboren wurden. Meine Kinder kamen in den 18 Jahren vor der Jahrtausendwende zur Welt und gehören der Generation Yan.

Kienbaum Unternehmensberatung hat vor drei Jahren im Rahmen einer Studie hochinteressante Erkenntnisse zusammengetragen. So unterscheidet sich die Generation meiner Kinder in sechsfacher  Hinsicht von uns Babyboomern:

1. Lebensziele

Karrierestreben aus reinem Selbstzweck hat ausgedient.  Im Mittelpunkt stehen heute Familie und Freunde, Erfolg und Karriere. Gesundheit spielt unter jungen Menschen ebenfalls eine deutlich wichtigere Rolle.

2. Leistungsorientierung

Die Arbeit ist dazu da, den gewünschten Lebensstandard zu sichern. Selbstausbeutung um der Karriere willen ist weniger verbreitet. Arbeit muss sinnvoll, anspruchsvoll und abwechslungsreich sein. Ist das gegeben, sind Höchstleistungen kein Problem.

3. Arbeits- und Sozialverhalten

Junge Erwachsene kennzeichnet ein selbstbewusstes, manchmal sogar forderndes, anspruchsvolles Auftreten. Als Stärken sagt man ihnen nach, dass sie teamorientiert, unabhängig, kreativ und kooperativ sind.

4. Loyalität

Anders als bei den Babyboomern verspüren Vertreter der Generation Y wenig Loyalität ihrem Arbeitgeber gegenüber. Das hat sicher auch damit zu tun, dass infolge des zunehmenden Fachkräftemangels die Jobauswahl wächst. Der “War for Talents” ist im vollen Gang. Arbeitgeber müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie Vertreter der Generation Y rekrutieren und halten wollen.

5. Kommunikations- und Informationsverhalten

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Handy, ein S4, Mitte der Neunziger. Seinerzeit teilte sich die Welt in Handys der Marken Siemens, Nokia und Ericsson auf. Funklöcher waren weit verbreitet. Für Vertreter der Generation Y ist die Verfügbarkeit digitaler Netze selbstverständlich und zugleich unverzichtbar. Als sogenannte “Digital Natives” sind sie gleichermaßen vertraut mit der digitalen wie der natürlichen Welt. Sie sind immer Online, erwarten zeitnah Rückmeldung und sind es gewohnt, umgehend zu reagieren.

6. Internationalität und Mobilität

Alle meiner Kinder waren nach der Schule oder während ihrer Ausbildung für längere Zeit im Ausland. Sie sind mit anderen Kulturen vertraut und können sich sicher in ihnen bewegen. Ein englischsprachiger Telefonanruf stellt kein Problem für sie dar.

Schlussfolgerungen

In der Zusammenarbeit mit jüngeren Kollegen ergeben sich meines Erachtens mehrere Konsequenzen. Aus Platzgründen will ich lediglich auf zwei zu sprechen kommen:

1. Auf die Sprache achten

Wichtig, sich vor Augen zu halten, ist der Umstand, dass unsere Kommunikation sehr bewusst gestaltet werden muss. Der normale “Verstehenskorridor” beträgt in der Regel plus/minus 15 Jahre zum eigenen Alter.

Besonders deutlich wird das sonntags. Die in der Kirche verwendete Sprache hat mit dem, was jüngere Menschen bewegt, inhaltlich und sprachlich wenig zu tun. Kein Wunder, wenn in den Kirchen vorwiegend alte Menschen zu finden sind. Ältere Pastoren sprechen im Normalfall ältere Zuhörer an.

2. Neue Arbeitsmodelle

Die zunehmende Verschmelzung von Arbeit und Privatleben ist ein Markenzeichen der Generation Y. Während bei Babyboomern der Chef schon mal versuchte, auf die Privatzeit seiner Mitarbeiter zuzugreifen, haben Vertreter der Generation Y damit weniger ein Problem. Dafür halten sie es für genauso selbstverständlich, wenn beispielsweise private Telefonate oder andere kleine Erledigungen während der Dienstzeit passieren. Damit muss man als Vorgesetzter umgehen lernen.

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