Gefährliche Stille

Podcast

Zusammenfassung

Die beiden zurückliegenden Frühjahre waren auffällig still in unserem Garten und nicht nur da. Ich habe mir sagen lassen, dass es in den letzten  Jahren zu einem merkbaren Rückgang der Singvögelpopulation gekommen ist. Schuld daran soll der starke Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sein, der zu einem Insektensterben geführt haben soll. Die Küken sind verhungert, weil ihre Eltern nicht genügend Nahrung herbeischaffen konnten.  

Nun bin ich kein Experte, wenn es um Naturschutz geht und gehöre auch nicht zu den Klima- und Umwelthysterikern. Trotzdem bedrückt mich diese Entwicklung, denn der stille Frühling ist für mich ein beunruhigendes Indiz dafür gewesen, dass irgendetwas Grundsätzliches in der Natur nicht mehr stimmt.  

Und jetzt wage ich es, eine abenteuerliche Brücke zu schlagen und behaupte, dass eine vergleichbare “Stille” im Betrieb in gleicher Weise ein beunruhigendes Signal sein sollte.  

Gründe dafür gibt es genug: Wenn sich ein Klima der Angst breitgemacht hat, wird’s still im Unternehmen. Wenn Enttäuschung und Frustration um sich greifen, wird es ebenfalls still. Menschen ziehen sich in die innere Immigration zurück, machen dicht, weil das sicherer oder bequemer ist.  

Das Gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass sie der erste Vorbote einer tödlichen Entwicklung ist. Denn wenn Menschen nicht mehr bereit sind, etwas zu wagen und es stattdessen vorziehen, auf Nummer sicher zu gehen und unauffällig ihre Arbeit zu verrichten, dann nehmen Experimentierfreudigkeit und Innovation ab. Und das kann keiner Führungskraft egal sein.  

Wertschätzung  leben – auch beim Misserfolg

Wenn jemand etwas ausprobiert und der erhoffte Erfolg ausbleibt, ist nach meinem Dafürhalten Anerkennung ein guter Ansatz. Sicher kennen Sie Thomas Edisons Antwort auf die Frage, wie er die tausende Fehlversuche einordnete, die der Erfindung der Glühbirne vorausgegangen waren.  Edison soll gesagt haben, dass er die Fehlversuche als Lösungswege angesehen hat, die eben nicht funktionieren. –  Seiner Sicht folgend hat auch das Scheitern zum Erkenntnisgewinn wesentlich beigetragen.    

Erkennen Sie das Bemühen an, auch wenn der gewünschte Ertrag ausgeblieben ist. Im einen oder anderen Fall mag es zielführend sein, auch Fehlversuche zu dokumentieren. Das kann bei anderer Gelegenheit Zeit und Aufwand sparen helfen.  

Bei der Sache bleiben 

Sehen Sie von Kritik ab, die auf die Person zielt. Menschen, die sich rechtfertigen müssen, setzen ihre Energie nicht für das Wohl des Unternehmens ein.  

Interessieren Sie sich vielmehr für die Annahmen, die zum fehlerhaften Ergebnis geführt haben. Sie lernen auf diese Weise sehr viel über ihren Mitarbeiter. Manchmal sind es Kleinigkeiten, beispielsweise fehlerhafte Annahmen oder die unglückliche Verkettung von Zusammenhängen, die das Projekt haben scheitern lassen.  

Stellen Sie interessierte Fragen 

Auch wenn Sie aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrung oder Fachkompetenz sofort das Problem bzw. den Fehler erkennen, sollten Sie Fragen stellen. Sie signalisieren Ihrem Gegenüber Interesse und helfen der anderen Person, selbst die richtigen Schlüsse zu ziehen. Diese Art zu lernen dürfte bei späterer Gelegenheit Früchte tragen.  

Wo nötig, arbeiten Sie an einem Klimawandel 

Durch ihr Verhalten prägen Sie langfristig das Klima in Ihrer Organisation. In einem innovationsfreundlichen Klima lässt sich mit einzelnen Wetterphänomenen (schlechte Laune, ein Missgeschick, etc.) leichter umgehen.      

Ein unverfängliches Beispiel: In den letzten Tagen waren meine Enkel zu Besuch. Wir haben Jenga gespielt, d. h., mit Holzklötzchen erst einen Turm gebaut und dann der Reihe nach versucht, einzelne Klötze wieder aus dem Turm abzuziehen. Irgendwann ist der Turm instabil geworden und umgefallen und alle haben gelacht, nicht aus Schadenfreude, sondern weil wir Spaß miteinander hatten. Natürlich hätte man das Spiel auch wettbewerbsorientiert aufziehen können. Dann wäre der Turmeinsturz zu einem Ärgernis geworden und die Leichtigkeit des Miteinanders dahin gewesen.   

Sorgen Sie für eine gewisse Leichtigkeit, in der es in Ordnung ist, wenn etwas nicht gleich beim ersten Versuch gelingt. 

Bildquellen

  • Bild-ID 1235345455: Volodymyr Tverdokhlib / Shutterstock

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