Führungskapital sinnvoll einsetzen

Wer in einer Organisation Verantwortung übertragen bekommen hat, in den ist Vertrauen investiert worden. Mit diesem Kapital sollte man umsichtig arbeiten, denn es ist schneller verspielt, als man meint.  

Ich bIch beschreibe nachfolgend 5 Wege, wie man dieses „Führungskapital“ sinnvoll einsetzt. 

1. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt

Etwas zu wagen bedeutet, ein Risiko einzugehen, bei dem ich am Ende als Verlierer dastehen könnte. Allein der Gedanke daran verschreckt manchen. 

Sie kennen den Gegenpol zum Unternehmer? Es ist der Unterlasser. Das ist der, von dem in einer Beispielgeschichte der Bibel erzählt wird: Anstatt mit den ihm anvertrauten Talenten zu wuchern, geht er auf Nummer sicher und vergräbt sie. – Die Haltung dahinter: Nur kein Risiko eingehen. Es könnte was schiefgehen.  

Es ist meines Erachtens eine berechtigte Erwartung an jede Führungskraft, dass diese innerhalb des gesteckten Verantwortungsrahmens mutig und zum Wohl des Unternehmens agiert. 

Ich habe diese Tage einen kleinen Artikel von Scarlett Gönnenwein gelesen, die sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht hat. Um dieses große Wagnis erfolgreich zu bestehen, hat sie viele bewusste Entscheidungen getroffen. Sie hat sich beispielsweise gegen allerhand Annehmlichkeiten entschieden. Auf LinkedIn schreibt sie: 

  „Bewusster Verzicht auf Konsum-Artikel, denn alles, was übrig ist, investiere ich in meine Selbstständigkeit. Bewusster Verzicht auf Freizeitaktivitäten mit Freunden, denn in der Zeit könnte ich auch neue Kunden gewinnen. Bewusster Verzicht auf Menschen, die mich nicht weiterbringen oder mir Energie rauben.“ – Hut ab! Das war kein leichter Weg. 

2. Zweimal messen, einmal schneiden 

Ich komme gerade von einem Arbeitseinsatz zurück. Wir haben als Ehepaar ein paar Tage beim Innenausbau des Hauses unserer Kinder mitgeholfen. Da ich viel mit Schneidearbeiten zu tun hatte, ist mir die Devise „zweimal messen, einmal schneiden“, gut vertraut. 

Umsichtig führen verstehe ich so: Die relevanten Parameter ständig im Blick habend, kalkulierbare Wagnisse eingehen. Nicht vorschnell handeln, sondern durchdacht. 

Bezogen auf die Devise „zweimal messen, einmal schneiden“ heißt das: Mir nichts vormachen. Vielmehr Daten nüchtern betrachten. Wenn ich dann aber mich zum Schneiden entscheide, dann das beherzt durchziehen, was ich mir vorgenommen habe. Das bringt mich zu meinem nächsten Gedanken: 

3. Wenn Sie sich entscheiden, entscheiden Sie sich vollständig

Heute beschreibt man diese Haltung mit dem neudeutschen Begriff „all in“. Man könnte auch sagen: Ich bringe mich ohne Vorbehalt ein, wohlwissend, dass mit gefangen auch mit gehangen bedeuten könnte. 

Nach meinem Dafürhalten gilt das auch in VUCA-Zeiten1, also in Situationen, die mehrdeutig und risikobehaftet sind. 

Ich kann als Mitarbeiter damit umgehen, wenn man mir die Zusammenhänge und auch die Gründe für eine risikobehaftete Entscheidung erläutert. Wofür ich null Toleranz habe, sind Zauderer und Vorgesetzte, von denen ich den Eindruck gewinnen muss, dass sie nicht bereit sind, den ganzen Weg mitzugehen.

4. Haben Sie keine Angst vor den Worten „Ich habe mich geirrt“

Ich beobachte, dass manche Verantwortungsträger ein Problem damit haben, zuzugeben, dass sie falschgelegen haben. Es ist, als ob sie meinen, ein Irrtum könnte ihre Autorität untergraben. Dabei ist das Gegenteil der Fall. 

Wahre Größe zeigt sich dort, wo jemand in der Lage ist, einen Irrtum zuzugestehen.

Ein kleiner Tipp: Unter vier Augen lässt es sich leichter zugeben, dass man geirrt hat. Deshalb ist es hilfreich, für den passenden Rahmen zu sorgen.

5. Seien Sie immer persönlich engagiert

Dieser Gedanke steht im direkten Zusammenhang mit dem oben genannten Punkt: Ich engagiere mich und „trage damit meine Haut zu Markte“. 

Überlegen Sie doch für einen Moment: Warum sollten Ihre Mitarbeitenden sich voll einbringen, wenn die nicht davon überzeugt sind, dass ihr Chef voll hinter dem Anliegen steht? Glauben Sie mir: Haltung teilt sich wortlos mit. In der Regel genügt ein kurzer Blick auf das Verhalten eines Vorgesetzten, um zu sehen, wie ernst er oder sie es meinen. Mein Verhalten wird zum Vorbild für die, die mir anvertraut sind. Das kann über den Erfolg oder Misserfolg eines Vorhabens entscheiden.

Noch ein Hinweis

Neben Artikeln über Führungsthemen, persönliche Entwicklung und Produktivität  veröffentliche ich sonntags Gedanken über Texte aus der Bibel. Schauen Sie sich doch einfach einmal um.


VUCA = volatilityVolatilität‘ (Unbeständigkeit), uncertaintyUnsicherheit‘, complexityKomplexität‘, ambiguityMehrdeutigkeit

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