Eins nach dem anderen!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Tag so schnell vorbei war und Sie kaum etwas geschafft haben? Mir passiert das manchmal. Ehrlich gesagt – öfter, als es mir lieb ist. Besonders schmerzlich fällt mir das zum Ende des Jahres auf, denn ich habe den Eindruck, dass noch so viel zu tun und die verbleibende Zeit zu kurz ist. Dabei halte ich mich für einen strukturiert arbeitenden Menschen. Jedenfalls bin ich das meistens. 

Es gibt Tage, an denen ich abends lauter lose Enden in den Händen halte. Manchmal hängt mein Weiterkommen von Leuten ab, die nicht liefern. Das ist frustrierend. Oft weiß ich nur zu gut, dass es meine Schuld ist. 

Auch aus diesem Grund beschäftige ich mich heute mit einem Aspekt, der nach meinem Dafürhalten von größter Bedeutung ist, mit der Konzentration. Ich beginne mit einem kurzen Blick auf ein paar biologische Realitäten, bevor ich auf Methoden zu sprechen komme, wie man effektiver werden kann. 

Der „Muskel“ 

 Sich das eigene Gehirn wie eine Art Muskel vorzustellen, mag befremden. Es hilft aber, wenn man sich diese Gedankenbrücke baut. 

Ein unterversorgter Muskel ist ebenso wenig nütze wie ein überbelasteter oder selten beanspruchter. Muskeln brauchen eine gute Mischung aus Nährstoffen, Bewegung und Erholung. Dann sind sie leistungsfähig. 

Das gilt in gleicher Weise fürs Gehirn. Morgens sind die „Geistesmuskeln“ besonders leistungsfähig. Am späten Abend sind sie müde und bringen bei den meisten Zeitgenossen wenig zustande. – Nachtmenschen nehme ich ausdrücklich aus! 

Zwischen 6 und 10 Uhr vermag das Gehirn besonders viel zu leisten. Deswegen versuche ich, kreative Schreibarbeiten in dieses Zeitfenster zu legen. Für mich funktioniert die Zeit zwischen 7 und 9 Uhr besonders gut, weil ich dann kaum gestört werde. 

Wie man die Leistung steigern kann

Jenseits der biologischen Gegebenheiten kann man aber auch mit der Hilfe von ein paar einfachen Methoden „Meter machen“. 

Es gibt einen wichtigen Grundsatz. Der geht so: Geschäftig ist, wer viel tut. Wer hingegen produktiv sein will, konzentriert sich auf weniges und bleibt beharrlich dran.  

1. Kleinere Ziele setzen

Besser als mir große und damit unerreichbare Ziele vorzunehmen ist es, wenn ich kleinere angehe, die ich mit ein bisschen Anstrengung erreichen kann. Also nicht die tiefhängenden Früchte am Apfelbaum und auch nicht die oben in der Baumkrone, sondern die, für die man sich ein bisschen strecken muss.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich etwas bescheidenere Ziele vor Enttäuschungen bewahren. Außerdem erlebe ich es als motivierend, wenn ich etwas erreicht habe. 

2. Prioritäten setzen

Ein gedankliches Experiment macht deutlich, worauf es ankommt: Was ist fürs Weiterkommen in einer Angelegenheit effektiver? Wenn ich 50 Schritte in eine Richtung gehe oder einen Schritt in 50 verschiedene Richtungen? 

So übertrieben wie das klingen mag, es zeigt deutlich, worum es geht. Lasse ich zu, dass Ablenkungen meine Konzentration beeinflussen oder gelingt es mir, im Vorfeld sicherzustellen, dass ich bei mir und meinem Anliegen bleiben kann? 

Vielleicht heißt das: E-Mail und Social Media abschalten, eventuell sogar das Telefon auf den AB umleiten. Mir hilft eine Art betriebsames „Grundrauschen“ im Büro. Auf jeden Fall darf es nicht zu still sein, weil ich sonst jedes Geräusch bewusst wahrnehme. Was mich sofort ablenkt, sind Musik und der Notifier, der mir die Ankunft des nächsten E-Mails verkündet. 

Es kann aber auch bedeuten, dass Sie in den nächsten Tagen bewusst innerlich „herunterfahren“, also 50 zielgerichtete Schritte in Richtung Erholung und Neuorientierung unternehmen. Setzen die Ihre Prioritäten weise. 

3. Auf das Ergebnis achten

Garry Keller hat in seinem Buch  „The One Thing: Die überraschend einfache Wahrheit über außergewöhnlichen Erfolg“ (Hier ist der Link zur Amazon-Seite) eine interessante Frage gestellt: Was ist die eine Sache, die ich so verrichten kann, dass wenn ich es tue, alles andere einfacher oder unnötig werden wird? 1

Ich finde Kellers Frage im obigen Zusammenhang wertvoll, denn sie hilft mir, auf den Punkt zu bringen, was ich eigentlich will: ein kleines Ziel schnell erreichen. Eines, das mich den entscheidenden Schritt weiterbringt, damit ich das Nächste in Augenschein nehmen und anpacken kann.    

Fazit

Eingangs sprach ich von der biologischen Realität, die für die meisten Menschen den Morgen zum Leistungshoch werden lässt. Verstärkt wird diese Erfahrung durch den Eindruck, dass ich manchmal den ganzen Tag nach der Stunde „gesucht“ habe, die ich morgens verbummelt habe. Übrigens, ich habe vor einiger Zeit über das Thema Energiemanagement geschrieben. Hier ist der Link zum Artikel

Gelingt es mir, Prioritäten zu setzen und die angemessenen Arbeitsziele zu erreichen, dann erlebe ich bereits zur Mittagszeit das gute Gefühl, heute etwas bewegt zu haben. 

Im englischen Original: „What is the One Thing I can do such that by doing it, everything else will be easier or unnecessary?“

Bildquellen

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