Eine echte Wachstumsgrenze überwinden

 

Es gibt schlechte Nachrichten oder gute, je nachdem, wie man dazu steht. Sie lassen sich in einem Satz, den John Maxwell[1] formuliert hat, so zusammenfassen: „Führungsfähigkeit ist der Deckel, der die Wirksamkeit eines Menschen bestimmt.“ Gemeint ist ein universelles Phänomen, das Einfluss nimmt auf unsere Entwicklung, das »Gesetz des Deckels«. Es besagt, dass die Führungsfähigkeit das Leistungsniveau eines Menschen bestimmt. Dabei spielen theoretische und emotionale Intelligenz gleichermaßen eine Rolle.

Sie werden den Unternehmenszweig, den Sie führen, Ihre Abteilung, Ihren Verantwortungsbereich, nur soweit entwickeln können, wie Ihre Führungskompetenz reicht. Die Geschäftsidee mag genial sein, der wirtschaftliche Erfolg wird in weiten Teilen von der Führungskompetenz des Leitungsteams bestimmt, um nicht zu sagen, begrenzt.

Ein Beispiel: Es kann sein, dass die Führungsbegabung eines Menschen auf einer zehnstelligen Skala bei drei liegt. Entsprechend gering ist das Entwicklungspotential seiner Unternehmung, denn aus sich selbst heraus kann der Betreffende nicht mehr erreichen. Ein anderer, mit einer Neuner-Begabung, vermag die richtigen Impulse zu setzen oder das Geschick aufweisen, ein Team zu einem überragenden Erfolg zu führen.

Ich habe immer wieder die Beobachtung gemacht, dass erfolgreiche Führungspersonen nicht unbedingt die intelligentesten im Unternehmen waren, wohl aber diejenigen, die großes Geschick darin hatten, das richtige Team um sich herum zu bauen.

Was ist, wenn ich feststelle, dass meine Führungsbegabung nicht im oberen Drittel der Skala angesiedelt ist? Muss ich mich damit zufriedengeben?  Nein, überhaupt nicht! Man kann mit der Hilfe anderer den eigenen »Deckel« anheben, also beispielsweise aus einer Fünfer- eine Sechserkompetenz entstehen lassen. Das geht sogar recht einfach. Es bedarf allerdings ein bisschen Mut und die Bereitschaft, Erkanntes konsequent umzusetzen:

Nehmen Sie sich den Mut für einen inneren Kassensturz

Ich verwende bewusst den Begriff Mut, denn Sie müssen schonungslos ehrlich zu sich selbst sein, wenn Sie sich die Frage beantworten, ob Sie Ihrem Aufgabenfeld gewachsen sind. Bedenken Sie, es ist nichts Verwerfliches, wenn Sie auf manchen Gebieten nicht über die nötige Fach- bzw. Sachkompetenz verfügen.

Identifizieren Sie Ihre Schwachstelle(n)

Wo würden Ihnen fachlicher Rat und Hilfe gut tun? Was können andere besser oder schneller als Sie leisten? Was fällt Ihnen schwer?

Sorgen Sie dafür, dass Sie an diesen Stellen die nötige Unterstützung erhalten

Indem Sie das tun, geschehen mehrere Dinge: Sie schaffen für sich selbst ein günstigeres Wirkungsfeld, steigern Ihre Effektivität und Sie verhelfen anderen Menschen mit einem anderen Begabungsprofil dazu, in deren Stärken zu leben und zu arbeiten. Alle Beteiligten profitieren.

Achten Sie darauf, dass jene, die Ihnen zum Erfolg verhelfen, angemessen daran beteiligt werden

Das kann durch Geld geschehen, aber auch durch öffentliche Anerkennung oder andere Maßnahmen. Sie sollten in jedem Fall vermeiden, dass andere sich ausgenutzt fühlen. Indem andere von Ihrem Erfolg profitieren, sei es ideell, emotional oder materiell, werden sie gerne bereit sein, auch künftig mit Ihnen zusammen zu arbeiten. Das wiederum ist die beste Voraussetzung dafür, Ihre Führungsfertigkeiten auszubauen.

Frage: Einmal identifiziert, wie sind Sie mit Ihrem »Deckel« umgegangen?

[1] John C. Maxwell: Leadership. Die 21 wichtigsten Führungsprinzipien (Brunnen Verlag, Gießen: 2003), Seite 16

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