Die Wahrheit ans Licht befördern

Hier ist eine Tonfassung für Sie

Es gibt im Parlament eine Institution, die einerseits gefürchtet, andererseits aber gerne in Anspruch genommen wird. Der „Parlamentarische Untersuchungsausschuss“ oder in der Schweiz, die „Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK)“ untersucht Sachverhalte und Ereignisse aus dem Zuständigkeitsbereich der Regierung und Exekutive. Es geht darum, mögliche Missstände aufzudecken. 

Klar, in solchen Ausschüssen wird jede Menge Politik betrieben. Schließlich können auf diese Weise oppositionelle Parteien Druck auf die Regierung ausüben. Aber letztlich geht es um Aufklärung. Die Wahrheit soll ans Licht befördert werden. Und das finde ich gut! 

Schon im Neuen Testament wird davon gesprochen, dass bestimmte Dinge ans Licht kommen werden, und zwar ganz von allein, ohne öffentliches Scheinwerferlicht. 

Der Apostel Paulus schreibt in dieser Sache der christlichen Gemeinde in Ephesus. Nachdem er einige grundlegende Tatsachen ausgeführt hat, wendet er sich der Frage zu, wie man als Nachfolger Jesu sein Leben gestalten soll. In diesem Zusammenhang fällt ein interessanter Satz. Paulus schreibt: 

Alles wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird. (Epheser 5, 13)

Wie soll ich das verstehen? Geht es Paulus um die Bewertung meines Lebens, wenn ich mich einmal vor Gott verantworten muss? Überhaupt, von welchem Licht ist hier die Rede? 

Der kleine, aber feine Unterschied

Schon ein paar Verse vorher erinnert er mich daran, dass es in meinem Leben eine Zeit gegeben hat, die von Finsternis geprägt gewesen ist. Er schreibt: „Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.“ (Epheser 5,8

Interessant. Paulus schreibt nicht: „Ihr wart früher in der Finsternis, nun aber seid ihr im Licht des Herrn.“ Der sagt: Ihr wart Finsternis. Jetzt seid ihr Licht im Herrn.

Mit anderen Worten, damals hat mich Finsternis ausgemacht, heute als Nachfolger von Jesus bin ich sein Licht.

Nun hat Licht zwei Eigenschaften. Erstens, die Lichtquelle ist für alle gut sichtbar. Zweitens, Licht erhellt immer seine Umgebung. 

Und damit bin ich bei dem, was Paulus in Vers 13 meint, wenn er schreibt: „Alles wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird.“

Was das für mich bedeutet

Wenn ich mich vom göttlichen Licht durchfluten lasse, werde ich für meine Umwelt licht. Das ist eine gute Nachricht, aber auch eine schwierige. Sie besagt, dass andere erkennen und beurteilen können, wie Jesus in meinem Leben gewirkt hat und was er gerade tut. 

Aber ein Zweites ist auch wahr: Das Licht des Evangeliums in mir und durch mich wird Auswirkungen haben auf die Menschen um mich herum. Jesu göttliches Licht wird durch mich und von mir unbeabsichtigt auch auf andere fallen. Möglicherweise wird es Dinge aufdecken, die sie lieber im Dunkeln verstecken würden. 

Was der Apostel Paulus mir zu sagen hat, ist demnach eine echte Herausforderung. Um die zu bestehen, benötige ich göttliche Hilfe. Und darum kann ich bitten.

Zum guten Schluss

Sonntags veröffentliche ich oft kurze Impulse zu spirituellen Themen. Dabei orientiere ich mich am Kirchenjahr. Ich greife aktuelle Themen auf oder schreibe einfach über das, was mir wichtig ist. Wenn Sie Interesse haben, mehr zu lesen, dann schauen Sie hier vorbei.

Diesen Impuls können Sie am 30. August 2021 im Frühprogramm von ERF Plus hören. Der Beitrag läuft als Wort zum Tag und ist anschließend auch als Podcast oder RSS Feed verfügbar.  

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