Die bestellte Pizza

Ich bin das Produkt meiner Entscheidungen und nicht das hilflose Ergebnis fremder Einflüsse. – Das ist eine unangenehme Wahrheit. Sie holt mich heraus aus meiner Opferrolle und macht aus mir einen Täter. Im Bilde gesprochen: Ich habe die Pizza bestellt, die mir jetzt zum Verzehr vorgesetzt wird.

Was ist gemeint?

Bis auf eine kleine Anzahl von Ereignissen, auf die ich keinen Einfluss nehmen konnte, sind meine derzeitigen Umstände das direkte oder indirekte Ergebnis meiner Entscheidungen. Ich kann weder meine Veranlagung noch meine Erziehung dafür verantwortlich machen.

Ob mich Schulden erdrücken, ich durchtrainiert bin oder in einer glücklichen Beziehung lebe, eine Vielzahl von Entscheidungen haben die Voraussetzung für meine augenblickliche Lebenssituation geschaffen.

Leider wollen das viele nicht wahrhaben. Sie ziehen es vor, die Schuld an der eigenen Misere anderen unterzuschieben. Den Eltern, den Umständen … Hauptsache, sie können sich freisprechen von der eigenen Verantwortung. – Unglücklicherweise unterstützen manche Strömungen in Psychologie und Pädagogik diese Denkweise.

Die Sache mit dem Eimer

“The buck stops hier!” – der Eimer bleibt hier stehen – heißt es im Amerikanischen. Gemeint ist, dass jemand sagt: Stopp, das gegenseitige sich Schuld Zuschieben endet. Ich übernehme die Verantwortung.

Einen solchen Satz zu sagen, erfordert Mut und innere Größe. Gleichwohl ist er ein sicheres Indiz für einen Menschen mit echten Führungsqualitäten.

Klar, das kann auch schiefgehen. Vor allem dann, wenn man es mit einem unsicheren und egoistischen Vorgesetzten zu tun hat. Ist das der Fall, sollte man sich sehr genau überlegen, in welchem Rahmen man Verantwortung schultert. Leider gibt es zu viele Menschen, die um des eigenen Vorteils willen eine solchen Haltung ausnutzen, um eventuelle Fehler oder Schuld von sich zu weisen. Andererseits empfinde ich es als wohltuend, wenn ich Menschen mit dieser verantwortlichen Haltung erlebe.

Zurück zur Pizza

Bin ich mir bewusst, dass ich immer Akteur bin? Auch dann, wenn ich mich passiv verhalte, wenn ich mich treiben lasse? Ich muss mich fragen, welche Entscheidungen ich warum treffe oder vor mir her schiebe.

Als ich mich heute Mittag für eine Fertigpizza entschied, habe ich das getan, nachdem ich mir das Kleingedruckte auf der Packung mit einem gewissen Unbehagen durchgelesen habe. Einerseits war da die Lust auf ein schnelles, leckeres Essen, auf der anderen Seite die Gewissheit, dass die knapp 800 kcal zusammen mit dem kaltgestellten Pils, weitere 210 kcal, es erforderlich machen werden, mich im Lauf des Nachmittags ordentlich zu bewegen. – Ausgerechnet heute ist es heiß und meine Lust auf sportliche Bewegung tendiert gegen Null!

Ich habe trotzdem den Genuss gewählt und dabei in Kauf genommen, dass diese Entscheidung Konsequenzen nach sich ziehen wird. Will ich mein großes Jahresziel erreichen (bei mir trägt dieses Ziel den vielsagenden Namen “Projekt 88” = 88 kg), werde ich anschließend in bestimmter Weise handeln müssen.

Reise in die Zukunft

Ich möchte Ihnen Mut machen. Schauen Sie genau hin. Analysieren Sie Ihre Situation. Welche Entscheidungen in Ihrer Vergangenheit haben zu Ihrer derzeitigen Situation geführt? Tun Sie sich dann einen Gefallen.  Machen Sie eine gedankliche Zeitreise in die Zukunft. Sagen wir 5 Jahre von heute. Nehmen wir ferner an, dass Sie in 5 Jahren Ihre Ziele erfolgreich umgesetzt haben und dann kritisch zurückblicken. Fragen Sie sich: Was habe ich damals unternommen, um heute besser dazustehen?

Was auch immer Ihr Ergebnis sein mag, es ist ein guter Indikator für das, was Sie jetzt anpacken sollten.

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