Der letzte Feind – besiegt!

Es gibt ein paar Themen, über die Leute stundenlang reden können. Hat man einmal das „knackige Alter“ erreicht, wird Gesundheit – oder sollte ich besser sagen: die verzweifelten Bemühungen, gesund zu bleiben – zum alles beherrschenden Thema. 

Über ein Thema wird nur dann gesprochen, wenn es einen Anlass dafür gibt. Der Tod, dieser niemals willkommene Feind des Menschen. 

Meine Betroffenheit

Ich habe an anderer Stelle schon beschrieben, wie das für uns als Familie war, als wir am Vormittag des 3. Oktobers vor ein paar Jahren Besuch von drei schwarzbekleideten Polizisten und einem Notfallseelsorger erhielten. Unsere damals 22-jährige Tochter war nach einer anstrengenden Nachtschicht auf der Intensivstation nur wenige Kilometer von zu Hause übermüdet am Steuer eingeschlafen. 

Der Tod ist grausam. Er zerstört Existenzen. In unserem Fall hat er das blühende Leben einer jungen Frau, unserer Tochter, vernichtet. 

Der Tag zum Thema

Der 16. Sonntag nach Trinitatis erinnert an diese Realität und daran, dass Christen davon überzeugt sind, dass der Tod nicht das Ende, sondern eher eine Art Durchgangsstation ist. 

Christen glauben an eine Wirklichkeit, die über den physischen Tod hinausreicht. Diese Hoffnung kommt zum Ausdruck in dem Bibelvers, der als Leitgedanke für die kommende Woche ausgewählt worden ist.

Niedergeschrieben hat ihn der Theologe Paulus im zweiten Brief an einen seiner Mitarbeiter, Timotheus. 

„Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“ 2. Timotheus 1,10b

In diesem Zitat ist die Rede von Macht, Leben und Tod, einem unvergänglichen Wesen, Licht und dem Evangelium. 

Was gemeint ist

Ich schaue mir die Begriffe kurz nacheinander an und beginne mit „Macht“: Dass der Tod eine Macht ist, mit der jeder rechnen muss, ist klar. Es gib im Leben nur eine Gewissheit. Ich werde irgendwann sterben.

Dann ist davon die Rede, dass die Macht des Todes gebrochen worden ist. Man könnte auch sagen: Der unausweichliche Tod ist nicht nur um ein paar Jahre hinausgeschoben worden. Nein, das Leben hat sich durchgesetzt. Paulus spricht in diesem Zusammenhang von einem „unvergänglichen Wesen“. 

Das alles ist ans Licht gekommen und damit für jeden gut sichtbar, der es sich leistet, genauer hinzuschauen. Das „Evangelium“ bedeutet hier „die gute Botschaft“. 

Die Pille gegen das Sterben

Mal angenommen, morgen würde die Nachricht verbreitet: „Pille gegen das Sterben entdeckt.“ Ich glaube, so ziemlich jeder auf diesem Globus würde aufmerken. Das wäre im besten Sinne des Wortes die gute Nachricht des Tages, griechisch, das Evangelium.

Ganz nebenbei: In der Filmkomödie „Der Tod steht ihr gut“ von Regisseur Robert Lee Zemeckis – Achtung: schwarzer Humor! – hat sich Hollywood vor Jahren mit diesem Thema beschäftigt.

Aber zurück zur guten Nachricht: Ein Mittel gegen den Tod? Das wäre tatsächlich eine Sensation! 

Für Christen wäre diese Nachricht jedoch ein alter Hut, denn sie glauben, dass Jesus Christus genau dafür steht: die endgültige Überwindung des Todes. 

Wie kann das sein? 

Paulus und mit ihm mehr als 500 Augenzeugen haben den leibhaftig von den Toten auferstandenen Jesus gesehen. Sie haben das Unmögliche erlebt. Ein auf grausame Weise von Römern am Kreuz Hingerichteter steht am dritten Tag nach seiner Exekution quicklebendig vor ihnen. Er spricht sie an und teilt das Brot mit ihnen. 

Ich denke, jeder muss für sich klären, wie er zu den Berichten der Auferstehung stehen will. Der Theologe Paulus hat in einem Brief an die Kirchgemeinde in der griechischen Hafenstadt Korinth sehr deutliche Worte gefunden. Ich sag’s mit meinen Worten: Wäre Jesus nicht auferstanden, es wäre „alles für die Katze“, die christliche Botschaft wäre Lug und Trug, ein unverantwortlicher Irrglaube. Wer seine Worte im Original nachlesen will, kann hier klicken.

Als Christ glaube ich den Augenzeugenberichten. Ich folge dem Auferstandenen und nehme für mich in Anspruch, dass das, was an Ostern zum ersten Mal in der Geschichte geschehen ist, auch meine Zukunft bestimmen wird. Der Tod ist nicht das unwiderrufliche Ende. Er ist der Übergang zu etwas Neuem, einem unvergänglichen Wesen, einer neuen Lebensart. 

Mit anderen Worten: Ich habe eine Zukunft. Meine 60, 70 oder 80 Lebensjahre sind nicht alles. Großes und sehr Aufregendes wartet in Gottes künftiger Welt auf mich. Und das stimmt mich fröhlich und gelassen. Das ist die gute Botschaft des 16. Sonntag nach Trinitatis: Alles kann gut werden. 

Bevor Sie weitersurfen, hier noch der Hinweis. Neben meinen Blogs rund um Themen des Lebens und Führens von Menschen, schreibe ich regelmäßig über Glaubensfragen. Derzeit orientiere ich mich am Kirchenjahr. Weitere Artikel zu spirituellen Themen finden Sie, wenn Sie diesen Link anklicken.

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