5 Dinge, die Sie nicht bereuen sollten

Bronnie Ware ist eine besondere Frau. Ende Zwanzig kündigte die australische Bankerin ihren Job, um die Welt zu bereisen. Ihr Weg führte sie schließlich über Umwege nach England, wo sie zum ersten Mal in Kontakt mit einem Beruf kam, der acht Jahre ihres Lebens prägen sollte: Bronnie Ware wurde Palliativpflegerin, kümmerte sich um Todkranke, Sterbende.

Während dieser Zeit notierte sie Beobachtungen in einem Blog, die sie später als Buch[1] veröffentlichte. Sie schrieb über das, was Menschen bereuen, wenn ihr Leben zu Ende geht. Hier die Kerneinsichten:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
  4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
  5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Ich teile nicht alle Schlussfolgerungen der Autorin, aber ich finde die aufgeführten fünf Aussagen sehr verstörend und zugleich aufrüttelnd.

Wie geht es Ihnen? Sicher möchten auch Sie nicht auf der Zielgeraden Ihres Lebens sich mit Reuegedanken beschäftigen müssen. Das heißt aber auch, dass Sie und ich jetzt, hier und heute, wir uns selbst disziplinieren müssen. Es reicht nicht, in den Tag hineinzuleben. Wir müssen, ich muss den Mut aufbringen, mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, mich nicht leben lassen, sondern selbstbewusst und selbstbestimmt das tun, was wesentlich ist. [pullquote align=“left or right“]Haben Sie den Mut, eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Tun Sie das, was wesentlich ist.[/pullquote]

Zugang zu den eigenen Gefühlen pflegen, ihnen Ausdruck verleihen, Kontakt halten mit Menschen, die mir wichtig sind, die Sorgen bewusst hinten anstellen und das Leben ganz bewusst genießen, das alles sind Dinge, die ich aktiv anpacken muss, sollen sie gelingen.

Die reumütige Aussage „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“ führt mich zu einer Reihe von Fragen:

  1. Wie verstehe ich Arbeit?
  2. Warum arbeite ich so viel?
  3. Muss ich mir selbst etwas beweisen?
  4. Laufe ich vielleicht vor etwas davon oder zwingen mich äußere Faktoren eine Zeit lang zu außerordentlichen Kraftanstrengungen?
  5. Will ich jemanden beeindrucken?
  6. Und wenn ja, ist der Betreffende bzw. das Ziel meine Anstrengung wert?

Es versteht sich, dass es Lebensphasen gibt, in denen man über die Maßen ran muss. Dazu gehören Existenzgründungen oder besondere Projekte. Es ist aber etwas anderes, wenn man ein inneres Loch stopfen, vor etwas davonlaufen oder sich selbst etwas beweisen muss.

Wer andere führen will, muss zunächst lernen, sich selbst zu führen. Ich bin davon überzeugt, dass eine umsichtige Führungsperson bereit ist, sich auch mit den oben genannten fünf Aussagen auseinanderzusetzen.

Frage: Wie zeigt sich, dass Sie gelernt haben, sich selbst zu führen?

[1]5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ von Bronnie Ware – Arkana Verlag, Verlagsgruppe Random House

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